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Kommentar Unternehmen wie Kik haften für ihre Geschäftspartner – zumindest in den Augen der Öffentlichkeit

Der Mode-Discounter musste sich für einen Fabrikband in Pakistan rechtfertigen. Der Fall zeigt, dass der Schutz von Menschenrechten im Eigeninteresse deutscher Firmen liegt.
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Es ist nicht lange her, dass sich der Mode-Discounter Kik für einen verheerenden Fabrikbrand in Pakistan rechtfertigen musste. Quelle: dpa
Brand in pakistanischer Textilfabrik

Es ist nicht lange her, dass sich der Mode-Discounter Kik für einen verheerenden Fabrikbrand in Pakistan rechtfertigen musste.

(Foto: dpa)

Mit Absatzmärkten und Lieferketten ist in Zeiten der Globalisierung auch die Verantwortung der Wirtschaft gewachsen. Es reicht nicht mehr, wenn Unternehmen nur die Rechtslage in ihrem Heimatland im Blick haben. Sie müssen auch auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen bei ihren Geschäftspartnern achten. Das klingt wie ein ethisches Postulat, ist aber keins. Die Sorgfalt liegt im Eigeninteresse der Wirtschaft.

Über das Internet können sich Informationen über Missstände in Windeseile um den Globus verbreitet, Bilder von Sklavenarbeit in afrikanischen Kobalt-Minen und Berichte über Ausbeutung in Asiens Textilindustrie verschrecken Konsumenten und können schwere finanzielle Schäden anrichten.

Es ist nicht lange her, dass sich der Mode-Discounter Kik für einen verheerenden Fabrikbrand in Pakistan rechtfertigen musste. Der Fall zeigt: Unternehmen haften für ihre Geschäftspartner, jedenfalls in den Augen der Öffentlichkeit. Der gute Ruf der deutschen Wirtschaft steht auf dem Spiel. An diese Erkenntnis knüpft der „Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ an, den die Bundesregierung 2016 beschlossen hat.

Darin ist vorgesehen, dass große deutsche Unternehmen über ihr Engagement für Menschenrechte Auskunft geben. Die Firmenbefragung soll in den kommenden Wochen beginnen. Doch einmal mehr streitet die Koalition.

Wirtschaftsministerium und Kanzleramt wollen offenbar verhindern, dass die Befragung später als Rechtfertigungsgrundlage für neue gesetzliche Auflagen dienen kann. Das ist kurzsichtig – und nicht im Interesse der Wirtschaft.

Die Regierung sollte alles daransetzen, dass die Firmenbefragung ein glaubwürdiges Ergebnis produziert. Wenn sich dabei zeigt, dass die bisherige Selbstverpflichtung ausreicht – prima. Wenn nicht, braucht es ein Gesetz. Denn letztlich geht es darum, ein ebenes Spielfeld für alle Firmen zu garantieren. Ein paar schwarze Schafe können sonst eine gesamte Branche in Misskredit bringen.

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