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Kommentar Uploadfilter bringen mehr Schaden als Nutzen

Das europäische Urheberrecht muss dringend reformiert werden. Aber ob Uploadfilter tatsächlich das geistige Eigentum schützen, ist fraglich.
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Die neuen Regelungen zum Urheberrecht sollen noch vor der Europawahl durchgesetzt werden. Quelle: dpa
EU-Parlament

Die neuen Regelungen zum Urheberrecht sollen noch vor der Europawahl durchgesetzt werden.

(Foto: dpa)

Wahrung des Urheberrechts versus Verteidigung der Meinungsfreiheit: Der Streit um die sogenannten Uploadfilter, die dafür sorgen sollen, dass geistiges Eigentum im Internet künftig besser geschützt ist, kocht hoch.

Am Wochenende zog ein Protestzug erboster Bürger durch Köln und demonstrierte für ein freies Internet – oder Neudeutsch: #Saveourinternet. Die Bundesregierung derweil gab ihre Zustimmung zum reformierten europäischen Urheberrecht – wozu die umstrittenen Uploadfilter gehören.

Wer hat recht? Beide Seiten! Mehr als 27 Jahre nach Start des World Wide Webs ist es nicht nachvollziehbar, warum einige Menschen noch immer glauben, Inhalte im Internet seien rechtsfrei. Egal, ob analog oder digital – geistiges Eigentum gehört geschützt. Andernfalls droht ein Absterben der Kreativbranche. Welcher Texter, Fotograf oder Filmemacher will noch Inhalte erstellen, wenn alles folgenlos geraubt werden darf?

Doch die Frage ist, ob Uploadfilter, verortet in Artikel 13 des geplanten EU-Urheberrechts, tatsächlich ein wirksames Mittel sind. Dahinter steht eine Software, die bereits vor dem Hochladen der Inhalte alle Texte, Bilder und Videos auf ihre Zulässigkeit überprüft. Plattformen, die nutzergenerierten Content verbreiten, stehen in der Pflicht. Sie sollen dafür sorgen, dass Inhalte, an denen die Nutzer kein Urheberrecht haben, nicht weiterverbreitet werden. Das ist der richtige Ansatz. Aber ...

Die Filter haben ihre Tücken: Erstens müssten die Plattformen eine technische Lösung finden, die fehlerfrei funktioniert. Die gibt es bisher nicht. Existierende Filtersysteme wie ContentID, das die Google-Tochter Youtube bereits nutzt, sind ausgesprochen fehlerhaft. Sie erkennen beispielsweise Zitate und Parodien nicht.

Zweitens könnten Plattformen wie Facebook und Youtube – als Folge der unzureichenden technischen Überprüfung – aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen mehr Inhalte blockieren, als sie tatsächlich müssten. Das würde die Meinungsfreiheit einschränken. Artikel 13 wird daher bereits als Zensurmaschine bezeichnet.

Drittens werden solche Mechanismen voraussichtlich vor allem die kleineren Unternehmen negativ treffen. Denn große Konzerne wie Google und Facebook nutzen schon heute entsprechende Filter, die sie mit hohen Budgets entwickelt haben. Kleinere Start-ups dagegen haben solche Instrumente nicht. Im schlimmsten Fall müssten sie die Software bei den Konzernen einkaufen.

Uploadfilter könnten der europäischen Digitalwirtschaft am Ende mehr schaden als nutzen. Insofern wäre es ratsam, Alternativen wie eine Abgabe der Plattformen an eine entsprechende Verwertungsgesellschaft zu überlegen. Damit am Ende beide Ziele erreicht werden: Wahrung des Urheberrechts und der Meinungsfreiheit.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Uploadfilter bringen mehr Schaden als Nutzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Aber ob Uploadfilter tatsächlich das geistige Eigentum schützen, ist fraglich."
    Sehr Sehr Sehr fraglich würde ich sagen...
    "Uploadfilter" die technische Umsetzung ist auch schon ein extreme großes Problem: Kosten, Entwicklungszeit, Aufwand usw.
    Gesichtserkennung, Farberkennung, usw. die KI muss "Gefühle" haben zum erkennen von Parodien etc.

    Die alten Leute von der "EU" machen es sich auch sehr einfach alles ab zu wälzen...
    Man könnte ja auch sagen, das der Urheber selbst dafür sorgen muss das sein Werk ultimativ geschütz ist...

    Dan ist auch noch die frage... ich kann mir auch auf USA-Content-Webseiten Material(Videos etc.) laden und bei denen gilt FairUse(https://de.wikipedia.org/wiki/Fair_Use) auch wen ich in der EU bin ist und bleibt das Material FairUse. Aber wie soll das dann in der EU erkannt werden!? ^^
    RIP Server diese Datenbank wird gewaltig... eigenttlich müsste Global alles auf eine Centrale-Datenbank gespeichert sein(API-Schnittstelle) das man auch gut überhaupt eine Software Entwickeln könnte!

    Artikel13 etc. ist einfach nicht möglich...
    Das ist ein Gebiet(Urheberrechtsschutz), wo Digital erforscht werden muss und nicht nur EU sondern Weltweit!
    Das Internet ist einfach zu mächtig, um "Urheberrechtsschutz" mit einem Artikel durch zu drücken der von alten Menschen kommt die keine Ahnung haben!
    Man bekommt/bekam es bei den DvDs nicht hin, da wollen die es Digital hinbekommen "Facepalm" aud dem kleine Fleck "EU" lol