Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar US-Präsidentschaftswahl: Michael Bloomberg wird es schwer haben

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister positioniert sich im Rennen um das Weiße Haus als moderater Demokrat. Das freut die Wall Street, doch kommt das auch im Rest des Landes an?
24.11.2019 - 20:11 Uhr Kommentieren
Der Milliardär war früher Mitglied der Republikaner. Quelle: AFP
Michael Bloomberg

Der Milliardär war früher Mitglied der Republikaner.

(Foto: AFP)

Jetzt also doch. Michael Bloomberg geht für die Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus. Lange hat der 77-Jährige gezögert. Nun betritt er das ohnehin schon dicht besetzte Feld der Trump-Herausforderer.

Die Wall Street wird das freuen, ebenso die Unternehmenslenker, wie Jeff Bezos. Der Amazon-Chef, der mit einem Vermögen von rund 110 Milliarden Dollar der reichste Mann der Welt ist, hat Bloomberg persönlich zu einer Kandidatur ermuntert.

Hedgefonds-Manager Leon Cooperman musste Mitte November im US-Börsensender CNBC gar Tränen verdrücken, weil er weder mit dem Stil von US-Präsident Donald Trump zufrieden ist, noch mit dem von Elizabeth Warren. Die Demokratin hat sich ähnlich wie Bernie Sanders am linken Wählerspektrum positioniert und kämpft für eine Vermögenssteuer, die den Wohlstand von Cooperman und anderen Milliardären auf lange Sicht deutlich schmälern würde.

Bloomberg dagegen trifft in den Augen der Finanz- und Unternehmensmanager genau den richtigen Ton. Er war früher selbst Investmentbanker. Als er mit 39 Jahren seinen Job verlor, gründete er den nach ihm benannten Finanzdienstleister, mit dem er selbst zum Milliardär wurde.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Mit einem Vermögen von rund 54 Milliarden Dollar gehört er zu den reichsten Männern des Landes. Damit ist quasi garantiert, dass seine Politik weder Unternehmen, Banken, noch die Top-Verdiener scharf angehen würde. Bei Warren ist das anders. „Wenn sie gewinnt, dann bricht der Aktienmarkt sofort um 25 Prozent ein. Mindestens“, echauffierte sich jüngst ein Wall-Street-Banker, der damit die einhellige Meinung in Amerikas Finanzwelt zum Ausdruck bringt.

    Doch abseits der Wall Street wird es Bloomberg schwer haben. Zwar finanziert er seinen Wahlkampf selbst und ist damit nicht auf Spenden angewiesen. Doch er steigt spät ins Rennen ein und ist als weißer Milliardär aus New York nicht gerade volksnah. Zudem wirkt er opportunistisch.

    Der Demokrat wechselte 2001 die Partei und kandidierte erfolgreich als Republikaner für das Amt des Bürgermeisters von New York. 2008 verließ er die Republikaner und flirtete als Parteiunabhängiger mit einer Kandidatur für das Weiße Haus. Erst im vergangenen Jahr trat er wieder der demokratischen Partei bei, die heute tief gespalten ist.

    Die Moderaten sehnen sich nach einem Kandidaten wie Bloomberg: erfahren, staatsmännisch, der Amerika zurück zur alten Stabilität bringen soll. Doch progressive Köpfe wie Warren und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez gehören heute genauso zur Partei. Sie vertreten eine zunehmende Schicht an Wählern, die genug haben von Milliardären aus den Metropolen, die glauben, dass sie ihr Reichtum automatisch für höhere Ämter qualifiziert, die jedoch von den täglichen Problemen der Mittelschicht kaum etwas verstehen.

    Um sich als Kandidat der demokratischen Partei durchzusetzen, muss Bloomberg zumindest einen Teil dieser Wähler einfangen. Ab Montag startet er eine teure und breit angelegte Werbekampagne, für die er in einer Woche 30 Millionen Dollar ausgibt – mehr als fast alle anderen Demokraten im gesamten Jahr für TV-Spots ausgegeben haben. Weitere 100 Millionen Dollar will er für digitale Werbung ausgeben, die Präsident Trump attackiert.

    Bloomberg heizt mit seiner Kandidatur nicht nur den Kampf gegen Trump an, sondern auch den in der demokratischen Partei. Ob seine späte aber teure Kampagne reichen wird, die vielen Wähler zu überzeugen, die keinen weiteren Milliardär im Weißen Haus wollen, ist noch längst nicht ausgemacht.

    Mehr: Monate nach Beginn der demokratischen Vorwahldebatten macht Michael Bloomberg seine Kandidatur offiziell. Andere Bewerber bringen sich gegen den Milliardär in Stellung.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - US-Präsidentschaftswahl: Michael Bloomberg wird es schwer haben
    0 Kommentare zu "Kommentar: US-Präsidentschaftswahl: Michael Bloomberg wird es schwer haben "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%