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Kommentar USA unterstützen harten Brexit – das dürfte für Großbritannien teuer werden

Trumps Brexit-Begeisterung sollte die Briten misstrauisch machen. Ein Chaos-Brexit würde die Abhängigkeit von den USA erhöhen - und die EU schwächen.
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Brexit: Großbritannien macht sich abhängig von den USA Quelle: dpa
Donald Trump und Boris Johnson

Trump und Johnson sind mit ihren nationalistischen Strategien für ihre Länder politisch nah beieinander.

(Foto: dpa)

Wenn Brexit-Anhänger über die EU-Mitgliedschaft sprechen, fallen schnell Begriffe wie Vasallenschaft oder Gefangenschaft. Selbst der Vergleich mit der Sowjetunion ist manchen nicht zu blöd. Premierminister Boris Johnson geht mit schlechtem Beispiel voran und stellt die EU als größte Gefahr für die britische Unabhängigkeit dar.

Dabei droht das Königreich gerade in eine ganz andere Abhängigkeit hineinzurutschen. Das machte der zweitägige London-Besuch von John Bolton deutlich. Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump traf nicht nur Johnson und mehrere Minister, sondern obendrein die unnachgiebigsten Brexit-Hardliner aus dem Parlament.

Die Trump-Regierung werde einen ungeordneten Brexit am 31. Oktober „begeistert“ unterstützen, versprach Bolton. Um die negativen wirtschaftlichen Folgen abzufedern, bot er die Hilfe der USA an. Er stellte eine Reihe schneller Handelsdeals für einzelne Branchen in Aussicht, um die erwarteten Handelsverluste mit der EU zu kompensieren.

Trumps Begeisterung für den Brexit ist bekannt, der „America first“-Präsident erkennt in den englischen Nationalisten Brüder im Geiste. Seinen neuen Kollegen Johnson überschüttet er regelmäßig mit Lob, nicht zuletzt, weil dieser „Großbritanniens Trump“ genannt wird.

Die Verbrüderung dient allerdings nicht dazu, aus alter Verbundenheit die brüchige „special relationship“ wieder zu reparieren. Es geht Trump vor allem darum, die EU zu schwächen. „Teile und herrsche“ heißt das Prinzip, mit dem schon Julius Caesar die widerspenstigen Gallier unterworfen hatte. Wenn Großbritannien erst einmal erfolgreich aus der EU herausgelöst ist, so Trumps Kalkül, lässt es sich noch leichter herumschubsen.

In bilateralen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen gäbe es viele Streitpunkte – vom Lebensmittelsektor über die Finanzbranche bis hin zum Gesundheitswesen. Nach einem ungeordneten Brexit wäre London dringend auf neue Partner angewiesen, Trump könnte die Abhängigkeit ausnutzen.

Auch in der Sicherheitspolitik dürfte Großbritannien einen hohen Preis für die amerikanische Umarmung zahlen. Washington erwartet Gefolgschaft in zentralen Fragen. So soll London den diplomatischen Iran-Kurs der Europäer aufgeben und auf die härtere Linie der USA einschwenken. Auch soll Johnson den chinesischen Telekomausrüster Huawei vom britischen 5G- Netz fernhalten. Der neue Premier wird bald merken, dass Unabhängigkeit für ein mittelgroßes Land immer relativ ist.

Mehr: Noch ist unklar inwieweit sich Boris Johnson bei den Verhandlungen um den Brexit-Vertrag noch bewegen wird. Die EU will ihn derweil ins Leere laufen lassen.

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2 Kommentare zu "Kommentar: USA unterstützen harten Brexit – das dürfte für Großbritannien teuer werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Am Besten läßt Großbritannien sich als neuer Bundesstaat in die USA eingliedern. Damit erübrigt sich ein Handelsabkommen. Ob Herr Trump morgen oder gar am 31.10.2019 noch ein Handelsabkommen mit Großbritannien befürwortet, steht in den Sternen.

  • Ich bin mir sehr sicher: ein Handelsabkommen mit den USA ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Boris Jphnson ist allenfalls ein "Trump im Kleinformat" - Zur Klärung: ich wünsche den Briten nichts schlechtes! Ich hoffe jedenfalls, dass uns in Deutschland ein Bolton-Besuch erspart bleibt.

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