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Kommentar Venezuelas Zukunft liegt in der Hand des Militärs

Die Tage des venezolanischen Diktators Maduro scheinen gezählt. Nur noch das Militär könnte helfen. Doch das verfolgt seine eigenen Interessen.
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Präsident Maduro reckt die Faust inmitten von Militärs – dessen Unterstützung ist jedoch nicht mehr garantiert. Quelle: dpa
Militär in Venezuela

Präsident Maduro reckt die Faust inmitten von Militärs – dessen Unterstützung ist jedoch nicht mehr garantiert.

(Foto: dpa)

Wie oft schon wurde das Ende des Nicolás Maduro prophezeit! Und jedes Mal hat sich der Busfahrer als Präsident in einer Mischung aus Chuzpe, Repression und Kredithilfen aus China und Russland über Wasser halten können. Doch diesmal scheinen die Tage des Diktators an der Spitze Venezuelas gezählt.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich Maduro noch Wochen oder gar Monate an der Macht hält. Er kann die Eigendynamik des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó kaum noch stoppen. Der versammelt inzwischen nicht nur die bürgerliche Opposition hinter sich. Sondern auch die enttäuschten Massen, die unter der wirtschaftlichen Krise des Landes leiden, in welche Maduro das reiche Ölland manövriert hat.

Zudem haben sich im Ausland die Reihen geschlossen: Fast alle wichtigen Staaten Lateinamerikas sehen Guaidó als legitimen Präsidenten an. Auch Europa will jetzt gleichziehen. Am stärksten unter Druck kommt Maduro durch Donald Trump. Der hat jetzt den Hahn zugedreht, durch den Öldollars nach Venezuela flossen.

Ohne Geld, ohne Unterstützung der Menschen im Land hängt Maduros Existenz nur noch von den Militärs ab. Doch warum sollten die den Diktator stützen? Er scheint weder in der Lage, das Land aus der schweren Wirtschaftskrise zu manövrieren, noch ist er im Ausland kreditwürdig. China und Russland zögern, den wankenden Diktator zu stützen. Lieber wollen sie mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn der Übergang verhandelt wird.

Sie haben zu viel im Land investiert, um das aufs Spiel zu setzen. Die Militärs handeln nicht anders: Sie werden vermutlich das Amnestieangebot Guaidós nutzen, um ans rettende Ufer zu gelangen.

Wenn sie jetzt überlaufen, dann können sie trotz ihrer Verwicklungen in das Regime ihre Rolle als verfassungstreue Akteure noch im letzten Moment retten. Maduro und seine Clique würden ins Flugzeug nach Kuba gesetzt – und alles wäre bereit für den Neuanfang.

Doch genau dort, in Havanna, droht der Verlierer des derzeitigen Verhandlungspokers zu sitzen. Kuba hält Maduro seit Jahren an der Macht und bekommt dafür Öl. Sollte Maduro stürzen, wird Trump nicht zögern, auch das Regime der Karibikinsel aus den Angeln zu heben. Einen schöneren Erfolg für die Wahlen 2020 könnte er gar nicht bekommen.

Doch genau da lauert die Gefahr, dass der Systemwechsel in Venezuela noch blutig ausgehen könnte: wenn Maduro mit Kubas Hilfe die Proteste brutal niederschlagen würde, um Friedhofsruhe an der Karibik zu bekommen. Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Diktatoren gibt, die für ihr eigenes Überleben nicht zögern, ihr Volk zu opfern.

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