Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Verbale Spitzen helfen bei Brexit-Verhandlungen nicht weiter

Bei allem Brexit-Frust sollten sich die Parteien nicht zu Provokationen hinreißen lassen. Denn verbale Attacken helfen den Verhandlungen nicht.
Kommentieren

EU-Ratspräsident Tusk warnt vor „speziellem Ort in der Hölle für Brexit-Befürworter“

Verhandlungen, die auf der Stelle treten, können frustrieren. Das historisch beispiellose Ringen um Großbritanniens Ausscheiden aus der Europäischen Union ist dafür ein Paradebeispiel.

Das Brexit-Referendum liegt mehr als 31 Monate zurück. Über 19 Monate sind seit den ersten Verhandlungen zwischen Michel Barnier und dem damaligen britischen Brexit-Minister David Davis vergangen.

Und zweieinhalb Monate ist es her, dass die 27 EU-Staats- und -Regierungschefs das EU-Austrittsabkommen unterschrieben haben.

Dennoch ist 50 Tage vor dem Austrittsdatum keine sichere Lösung in Sicht, weil Premierministerin Theresa May die nötige Mehrheit für ihren Kompromiss im Parlament nicht zusammenbekommt.

In dieser festgefahrenen Situation ist die Versuchung groß, seinen Frust über verbale Spitzen herauszulassen.

So wie EU-Ratspräsident Donald Tusk am Mittwoch, der laut über einen „besonderen Platz in der Hölle“ für jene nachdachte, „die den Brexit vorangetrieben haben, ohne auch nur die Skizze eines Plans zu haben, ihn sicher über die Bühne zu bringen“.

Wenn Diplomatie die Kunst ist, mit dem Fuß aufzustampfen, ohne jemandem auf die Zehen zu treten, waren Tusks Äußerungen das Gegenteil: verletzend und provozierend, ohne etwas zu bewirken.

Niemand sollte auf das Niveau von Brexit-Befürworter Mark Francois sinken. Der Tory-Abgeordnete zerriss jüngst live im Fernsehen einen mahnenden Brief von Airbus-Chef Tom Enders und sprach mit Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg von „teutonischer Arroganz“. Provokationen und Verbalattacken helfen niemandem im schwierigen Ringen um eine Austrittslösung.

Doch bei allem Brexit-Frust sollten sich die verhandelnden Parteien von der Maxime leiten lassen, dass Großbritannien und die EU auch nach dem Brexit zentrale wirtschaftliche und politische Partner sein werden. So sollte für die EU gelten: Hart bleiben in den Verhandlungen, aber überlegt im Ton.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Verbale Spitzen helfen bei Brexit-Verhandlungen nicht weiter

0 Kommentare zu "Kommentar: Verbale Spitzen helfen bei Brexit-Verhandlungen nicht weiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.