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Kommentar Verbraucher sollten ihr Flugverhalten infrage stellen

Die Menschen sollten sich beim Fliegen selbst beschränken. Sonst wird das bald die Politik für sie übernehmen.
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Der Preiswettbewerb ist hoch und Fliegen ist deshalb zu billig, findet unser Autor. Quelle: dpa
Kondensstreifen am Himmel

Der Preiswettbewerb ist hoch und Fliegen ist deshalb zu billig, findet unser Autor.

(Foto: dpa)

Das vorrangige Ziel jedes Unternehmens ist Wachstum. Das gilt auch für die Luftfahrt. Je mehr Jets unterwegs sind, desto besser können die Kosten „skaliert“ werden – beispielsweise beim Einkauf von Kerosin oder Flugzeugen. Insofern ist der aktuelle Boom in der Luftfahrt gut.

Er ist zudem die Folge einer sinnvollen „Demokratisierung“ der Mobilität. War ein Flug viele Jahrzehnte etwas, was sich nur Gutsituierte leisten konnten, ist das Flugzeug heute ein für alle zugängliches Verkehrsmittel. Doch diese Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten. Neben der Überforderung der Infrastruktur ist das die wachsende Belastung des Klimas.

Die Branche erkennt das Problem, kann es aus eigener Kraft aber kaum lösen. Selbst wenn die eine oder andere Fluggesellschaft beim Wachstum bremst, wird es immer andere, auch neue Anbieter geben, die diese Lücken ausfüllen. Die Folge: Der Preiswettbewerb bleibt hoch, Fliegen damit billig. Solange das der Fall ist, wird auch immer mehr geflogen.

Aus diesem Dilemma gibt es zwei Auswege. Der erste lautet: Die Kunden werden vernünftig und denken vor jedem geplanten Flug gründlich darüber nach, ob er vermeidbar ist. Ausweg Nummer zwei: Die Politik beschränkt den Drang zum Fliegen. Möglich wäre das etwa über eine deutliche Verteuerung der Tickets, zum Beispiel mithilfe einer Steuer auf Kohlendioxid.

Es ist fraglich, ob sich die Kunden zu mehr Vernunft in Sachen Klimaschutz durchringen können. Die Luftfahrt erlebt eine Art SUV-Effekt. Jeder weiß, dass das Fliegen wie das Fahren eines schweren Personenwagens das Klima belastet, und kauft dennoch beides.

Doch vielleicht sollten die Konsumenten doch noch einmal ihr Verhalten infrage stellen. Denn die Alternative wäre ein gesellschaftspolitischer Irrweg. Dämpft man die Nachfrage nach Flugscheinen über hohe Steuern, läuft man Gefahr, Fliegen wieder zu einer Dienstleistung zu machen, die sich nur Betuchte leisten können.

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