Kommentar Vergeben? Ja. Vergessen? Nein!

Tebartz-van Elst wird suspendiert, doch sein Amt darf er erst einmal behalten. Wenn die Katholische Kirche nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit – und Mitgliedern – verlieren will, darf der Bischof nicht ins Amt zurück.
26 Kommentare
Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Immerhin, die Katholische Kirche reagiert – und zwar relativ schnell. Das ist schon etwas Besonderes. Denn eigentlich will sich die Kirche nicht reinreden lassen, nicht von der Politik, erst Recht nicht von den Medien – bei keinem Thema.

Vielleicht ist es die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Affäre um Tebartz-van Elst als „sehr belastend“ für die Katholiken bezeichnete. Vielleicht sind es auch die enttäuschten Kirchenanhänger oder die rückläufigen Spenden. Klar ist jedoch: 31 Millionen Euro für den Limburger Bischofssitz sind Papst Franziskus zu viel – und haben ihn zum Handeln getrieben.

Der Heilige Vater ist bekannt für seine Bescheidenheit, dafür, dass er den Luxus scheut. Er fährt lieber mit dem Bus oder mit dem Fahrrad als sich chauffieren zu lassen, ist einer, der die Armut kennt, der vor der Realität in seiner Heimat Argentinien nicht die Augen verschließt, der die Menschen wahrnimmt. Und seine Einstellung steht der Katholischen Kirche gut zu Gesicht.

Dann kommt einer daher, der das ganz anders hält. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der lieber das Geld für Prunkbauten verprasst. Egal, ob wissentlich oder nicht. Das tut nichts zur Sache, der Bischof ist nicht haltbar – gerade für den Heiligen Vater und das, wofür er steht.

Nun ist der Limburger Bischof also suspendiert. Doch sein Amt verliert er nicht. Nach Abschluss der Untersuchungen soll neu entschieden werden. Doch das reicht nicht. Denn dieses offene Hintertürchen können sich die Katholiken nicht erlauben.

Denn die Affäre um den Prunk des Bischofs kostet die katholische Kirche Glaubwürdigkeit. Etwas, was sich die Institution um jeden Preis erhalten muss, wenn sie den Mitliederschwund stoppen will. Sie wird die Christen vielleicht nicht in ihrem Glauben an die Katholische Kirche schwanken lassen, wohl aber an der Institution Kirche. Zu Recht.

Deshalb muss der Vatikan hart bleiben und den Bischof nicht wieder in sein Amt zurück schicken. Zwar ist es einer der Grundsätze der Christen, um Vergebung zu bitten und Fehlverhalten zu vergeben. Doch vergessen werden darf die Affäre deshalb nicht.

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26 Kommentare zu "Kommentar: Vergeben? Ja. Vergessen? Nein!"

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  • @Ockhams

    Poldi schreibt:
    Ausser einem humanistischen Grund verstehe ich Ihre Forderung zur Hilfe durch die katholische Kirche nicht

    Ockhams schreibt:
    Ein Mensch ist ein Mensch. Sein Glaube ist seine Privatsache. Treibt er im Meer, hungert er, dann will er nur eins: Leben.

    Deshalb der humanistische Grund.

    In der Realität hat ihre Forderung an die katholische Kirche mit dem Herausfischen schon ein großes Stück Illusion. Ich glaube nicht, daß christliche, Katholische Seefahrt dazu in der Lage ist

    Ockhams:
    Und wer ihn dann aufgrund seines Glaubens alleine lässt ist nicht zu respektieren.

    Da haben Sie Recht. Die Islamischen Hifsorganisationen haben bei der Hilfe für ihre Glaubensbrüder ein absolut armseliges Bild abgegeben.

    Schönen Tag noch.

  • "Sie hätten ihn in erster Linie besser an den Roten Halbmond oder andere islamische Hilfsorganisationen richten sollen, da diese bedürftigen Wirtschaftsflüchtlinge gröstenteils Islamis sind."

    Es sind genau diese künstlichen Unterscheidungsgründe, die wirksame Hilfe verhindern. Ein Mensch ist ein Mensch. Sein Glaube ist seine Privatsache. Treibt er im Meer, hungert er, dann will er nur eins: Leben. Und wer ihn dann aufgrund seines Glaubens alleine lässt ist nicht zu respektieren.

  • @Hilmar

    Lampedusa besuchen können alle, aber diesen Leuten wirklich mit Geld der Kirche - welches ja reichlichst vorhanden ist - helfen, hat auch dieser Papst nicht getan und wird es nie tun. Es lebe die "Neu-Evangelisierung" die seit 2005 und BXVI. läuft

    Sie bringen hier was durcheinander.

    Eine Hilfe an Islamis kann auch als Missionierung ausgelegt werden, welche strengstens untersagt ist.
    Ausser einem humanistischen Grund verstehe ich Ihre Forderung zur Hilfe durch die katholische Kirche nicht.
    Ihr Aufruf hat die falsche Adresse. Sie hätten ihn in erster Linie besser an den Roten Halbmond oder andere islamische Hilfsorganisationen richten sollen, da diese bedürftigen Wirtschaftsflüchtlinge gröstenteils Islamis sind.

    Schönen Tag noch.

  • Mensch, das müssen sie ganz alleine entscheiden. Nur das ganze Bodenpersonal zu beschuldigen, das zeugt nicht gerade von viel Gespür und Gerechtigkeitssinn.

  • Die Botschaft des Christentums ist die selbe wie im Islam: erschlagt die Ungläubigen. Das waren Jesus' Worte. Nachzulesen in den Evangelien.

  • @einmensch: das ist doch genau das, was diese Christen-Hetze bewirken soll. Bleiben Sie dabei, verwechseln Sie nicht die Botschaft und den Inhalt, mit Organisation und Äußerlichkeiten!

  • Zum angeblichen Goldbesitz der kath.Kirche: die USA sollen angeblich über 8.133 t Gold verfügen Marktwert ca. 340 Mrd $. Durch die monatlich 85 MRD $ Dollar Spitze der FED verfrühstücken die USA sozusagen alle 4 Monate ihre Goldbestände.
    Komme mir hier keiner mit den paar Tönnchen der Kirche - ziemlicher Blödsinn.

  • Für mich ist das Maß nun voll. Ich trete aus. Das "Bodenpersonal" ist das Allerletzte!

  • Der größte Börsenmakler der Welt

    Wenn das gesamte Vermögen der katholischen Kirche zusammengezählt wird, ist sie der größte Börsenmakler der Welt. Das "Wall Street Journal" berichtete, daß die finanziellen Transaktionen des Vatikan allein in den USA so umfangreich waren, daß er häufig Gold im Wert von einer Million Dollar oder mehr auf einmal an- bzw. verkauft hat.

    Daher war und ist der Vatikan der gewaltigste zur Zeit existierende Kapitalbesitzer. Keiner weiß genau, wieviel Vermögen die Kirche besitzt, nicht einmal der Papst selbst.

    Diese Tatsache bestätigte ein Angehöriger des Vatikans, als er auf die Frage nach dem derzeitigen Besitz des Vatikans antwortete: "Das weiß allein Gott."

  • @Harlemjump,

    noch ist BER nicht fertig!
    Loben Sie den Tag nicht vor dem Abend!!!

    Kopfschüttel!!!

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