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Kommentar Vergleichsportale sollten zur Transparenz verpflichtet werden

Um Zweifel an der Verlässlichkeit ihrer Rankings auszuräumen, sollten Portale wie Verivox und Check24 ihre Bewertungsmethoden offenlegen müssen.
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Verbraucher, die Portale wie Check24 benutzten, wissen oft nicht, dass die Plattformbetreiber eine Provision erhalten, wenn über ihre Website ein Vertrag abgeschlossen wird. Quelle: dpa
Vergleichsportal Check24

Verbraucher, die Portale wie Check24 benutzten, wissen oft nicht, dass die Plattformbetreiber eine Provision erhalten, wenn über ihre Website ein Vertrag abgeschlossen wird.

(Foto: dpa)

Viele Verbraucher greifen vor einer Reisebuchung, dem Wechsel des Stromversorgers oder dem Abschluss einer Versicherung auf Preisvergleichsportale im Internet zurück. Nach der Insolvenz des Billiganbieters Bayerische Energieversorgung (BEV) sind Zweifel an der Zuverlässigkeit der Online-Entscheidungshilfen laut geworden.

Denn viele Kunden sind über Portale wie Verivox und Check24 an den Stromanbieter vermittelt worden. Wohl auch, weil BEV wegen seiner sehr günstigen Tarife oft weit oben gelistet war. Mit der Pleite des Unternehmens geraten damit auch die Vergleichsportale in die Schusslinie.

Sicher, die Portale sind zunächst einmal durchaus hilfreiche Instrumente. Sie nehmen Verbrauchern das lästige Vergleichen von Konditionen und Preisen ab. Man könnte sich also auf den Standpunkt stellen: Wer diesen kostenlosen Komfort in Anspruch nimmt, der ist am Ende selbst schuld, wenn die Empfehlung dann doch nicht so ganz den Erwartungen entspricht.

Andererseits haben Vergleichsportale auch eine gewisse Verantwortung Verbrauchern gegenüber. Sie werden immer stärker zurate gezogen. Rund jeder zweite Internetnutzer hat sie laut einer Umfrage schon einmal genutzt. Und in aller Regel dürften Verbraucher davon ausgehen, dass ganz vorn gelistete Angebote auch die besten und günstigsten sind.

Verbraucherschützer bezweifeln jedoch schon länger, ob es bei den Rankings immer mit rechten Dingen zugeht. Sie liegen mit der Vermutung nicht ganz falsch. Das Problem liegt in der Intransparenz der Vergleichsportale. Verbraucher wissen oft nicht, dass die Plattformbetreiber eine Provision erhalten, wenn über ihre Website ein Vertrag abgeschlossen wird.

Auch weckt die Finanzierung über Provisionszahlungen und Werbung Zweifel an der Neutralität der auf den Vergleichsportalen aufbereiteten Informationen und Ranglisten. Das Bundeskartellamt sprach jüngst gar von Verhaltensweisen, die den Verbraucher in die Irre führen könnten. Von den Anbietern gezahlte Entgelte oder Provisionen hätten Einfluss auf die vom Portal voreingestellte Darstellung der Suchergebnisse.

Der Befund zeigt: Hier besteht Handlungsbedarf. Darauf zu vertrauen, dass die Portale die Mängel selbst beseitigen, wird aber kaum funktionieren. Auch freiwillige Selbstverpflichtungen helfen hier nicht. Gefragt ist ein Regulierungsrahmen, der Vergleichsplattformen detaillierte Informationspflichten auferlegt.

Verbraucher sollten an einer prominenten Stelle Rankingmethoden und Finanzierung einsehen können. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD die Probleme bereits adressiert. Nun müssen sie sich nur noch dazu durchringen, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen.

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