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Kommentar Viele Windräder stehen vor dem Aus – Dabei ließe sich das leicht verhindern

Viele Anlagen verlieren ihren Anspruch auf fixe Einspeisevergütungen. Sie stehen deshalb vor einer ungewissen Zukunft. Dabei müssten nur regulatorische Hürden beseitigt werden.
24.08.2020 - 03:59 Uhr 5 Kommentare
Viele Anlagen fallen mit dem Jahreswechsel aus der EEG-Förderung. Quelle: dpa
Offshore-Windpark vor Spiekeroog

Viele Anlagen fallen mit dem Jahreswechsel aus der EEG-Förderung.

(Foto: dpa)

Die Zahlen sind seit Jahren bekannt, aber die Bundespolitik hat sich lange nicht recht für sie interessiert: Zum Jahreswechsel verlieren bundesweit die ersten Windräder und Photovoltaikanlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wurden, ihren Anspruch auf fixe Einspeisevergütungen. Viele dieser Anlagen stehen deshalb jetzt vor einer ungewissen Zukunft.

Es geht nicht um Peanuts, sondern um relevante Mengen. Bis Ende 2025 reden wir deutschlandweit über eine Leistung von 15 Gigawatt. Das entspricht 15 großen Kohlekraftwerksblöcken. Die meisten dieser Anlagen sind noch nicht am Ende ihrer technischen Lebenserwartung. Sie können gut und gerne fünf oder zehn Jahre lang weiter Strom liefern. Dieses Potenzial muss man nutzen.

Kritiker mögen einwenden, die Anlagen seien allesamt über die Dauer von 20 Jahren üppig gefördert worden, es verbiete sich daher jeder Einsatz weiterer Mittel, um sie am Leben zu erhalten. Da ist viel Wahres dran. Wenn also die Anlagenbetreiber nach Geld rufen, ist Vorsicht geboten.

Allerdings geht es in vielen Fällen gar nicht darum, alte Projekte mit viel Geld künstlich am Leben zu erhalten. Es müssen vielmehr regulatorische Hürden beseitigt werden, was wenig bis gar nichts kostet.

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    Ein Beispiel: Ein Anlagenbetreiber, der seinen Windstrom auf eigene Rechnung subventionsfrei vermarkten will, indem er erzeugten Strom direkt an einen Verbraucher in der Nähe liefert, stößt auf Hürden. Der Abnehmer muss sich in unmittelbarer Nähe zum Windpark befinden, die Verbindungsleitung darf Straßen oder Flüsse nicht schneiden. Diese Regelung ist ein unnötiges Vermarktungshindernis.

    Unverhältnismäßig hohe Restriktionen

    Völlig zu Recht kritisiert die Erneuerbaren-Branche seit Jahren außerdem, dass die „grüne“ Eigenschaft von erneuerbar erzeugtem Strom bei bestimmten Formen der Direktvermarktung nicht genutzt werden kann: Die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz hat dann eine toxische Wirkung, die den Strom massiv entwertet. Auch diese Hürde gehört schnell abgeschafft.

    Unverhältnismäßig hoch sind die Restriktionen auch in den Fällen, in denen Betreiber auf der Fläche eines Windparks, der am Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer angelangt ist, neue, effizientere Windräder aufstellen wollen. Manche Höhenbegrenzung und auch Belange der Flugsicherung sind wenig plausibel. Sie machen neue Projekte auf bereits erschlossenen, ans Stromnetz angebundenen Flächen unmöglich.

    Die Politik hat Möglichkeiten, alten Anlagen den Weiterbetrieb zu ermöglichen oder an bestehenden Standorten neuen Anlagen den Weg zu ebnen. Sie sollte diese Möglichkeiten nutzen.

    Mehr: Niedersachsen warnt vor dem Auslaufen der Windkraft-Förderung.

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    5 Kommentare zu "Kommentar: Viele Windräder stehen vor dem Aus – Dabei ließe sich das leicht verhindern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es kommt Panik auf, wenn man zum Ergebnis kommt, dass kurzfristig 4 neue Kohleblöcke notwendig wären und längerfristig gar 15, um die ausfallenden Windräder zu ersetzen. Guter Trick! Es wird auf Basis "installierter Leistung" gerechnet - tatsächlich bringen Windräder nach AGORA aber nur ca. 1800 Vollaststunden - also gut 20% der installierten Leistung. So werden aus 4 Kohleblöcken einer und aus 15 ca. 4.
      Gut wäre, wenn solche Angaben genauer spezifiziert werden um falsch Eindrücke zu vermeiden.

    • Viele Windräder stehen vor dem Aus und das ist Richtig so wenn diese nur mit Subventionen am Leben gehalten werden können. Es zeigt wie unwirtschaftlich diese Windmühlen doch über 20 Jahre waren. Steuergelder wurden verbrannt für reine Ideologie.
      Wer nun Gesetze für die Windräder ändert oder ändern will betreibt ebenfalls eine Subvention.
      Ein Windrad soll dann die Flugsicherheit nicht stören, ein Kamin von einem fossilen Kraftwerk aber schon, seltsame Logik.
      Wenn eine Technologie nach über 20 Jahren nicht rentabel ist, dann ist sie unbrauchbar. Wenn die Windmühlen nicht eine Nachhaltige Technologie aufweisen und nicht umrüstbar sind müssen sie halt wie andere Kraftwerke auch abgerissen werden.
      Nur so langsam kommt halt Panik bei den grünen Ideologen auf. Nach Kernkraft jetzt die Kohlekraftwerksabschaltung und dazu mehr E-Mobilität, das wird eng.
      Der Untergang des Römischen Reiches war weniger den Angriffen von außen geschuldet sondern der eigenen spätrömischen Dekadenz.

    • @H. Nils Werner,
      Sie haben es auf d. Punkt gebracht.
      Bereits nach dem 2. Weltkrieg haben alle Stromerzeuger solch Gesetzt erhalten, die so gut für die Unternehmen waren, dass man schon von Gelddruckmaschinen gesprochen hat.
      ALLES mit Zustimmung der Politiker.
      Auch wenn wir tausende von Gesetzen seit dieser Zeit umgeschrieben, neu formuliert oder gar ganz gestrichen haben, wurden die "Schutzgesetze" zu Gunsten der Stromerzeuger nie geändert.
      Bezahlt haben immer die Endverbraucher, Kleine + große Familien, kleine und mittlere Handwerksbetriebe und sogar einige gemeinnützigen Unternehmen.
      Jedoch niemals die große Industrie.
      Auch die hochgelobten "Grünen", egal welcher Partei, haben nichts geändert.

    • Vergleicht man die Förderung in Deutschland mit derjenigen, die in anderen Ländern gezahlt wird/wurde, wird deutlich, dass hier auf Kosten der Verbraucher bereits viel umverteilt wurde. Jetzt müssen die Betreiber zeigen, ob sie Unternehmer sein wollen oder nur in gigantischem Maße auf Kosten der Allgemeinheit Rendite machen wollen.

      Sicherlich gibt es in Deutschland ein Problem mit übertriebener Regulierung, nur wird hier für eine Branche argumentiert, die zu den größten Profiteuren dieser Regulierung zählt und in den vergangenen Jahren sogar Milliarden für nicht erzeugten Strom vom „Verbraucher“ erhaltEn hat.

    • Guter Kommentar! Dass die Bundesregierung eine inkompetente Versagertruppe ist, wissen ja längst alle. Ich weiß nicht, ob die das wirklich hinbekommen, solche Restriktionen abzuschaffen, die eine Weiternutzung ooder Upgrades verhindert. Ich sehe schon Stromausfälle oder höhere Produktion aus fossilen Quellen...
      Ich frage mich, ob man aus den abgeschriebenen Anlagen nicht Investitionsobjekte für Anleger machen könnte mit Beteiligungen und Rendite aus dem Verkauf ungeförderten Stroms...? Selbst wenn die schwankt...

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