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Kommentar Virtuelle Hauptversammlungen müssen eine Ausnahme bleiben

Virtuelle Hauptversammlungen können und dürfen Präsenzveranstaltungen nicht auf Dauer ersetzen. Denn das Rederecht fiele ansonsten praktisch weg.
24.03.2020 - 16:05 Uhr Kommentieren
Vor Ort ist es einfacher, Unmut über den schlechten Aktienkurs oder ein miserables Management loszuwerden. Quelle: dpa
Teilnehmer einer Hauptversammlung stimmen ab

Vor Ort ist es einfacher, Unmut über den schlechten Aktienkurs oder ein miserables Management loszuwerden.

(Foto: dpa)

Der Weg für die virtuelle Hauptversammlung ganz ohne physische Präsenz von Aktionären ist frei. Die Zustimmung des Bundestags am Mittwoch zur Vorlage der Bundesregierung gilt als sicher. Eine Alternative gab es in der Coronakrise wohl kaum. Die stark eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten hätten die Unternehmen handlungsunfähig gemacht.

Eine Verschiebung der Jahrestreffen auf unbestimmte Zeit war allein deshalb ausgeschlossen, weil viele Firmen die Hauptversammlungen jetzt dringend brauchen. Etwa für beabsichtigte Vorratsbeschlüsse, um angesichts hoher Ertragsausfälle gegebenenfalls mithilfe von Kapitalerhöhungen an das Geld ihrer Aktionäre zu kommen. Dafür bedarf es der Zustimmung der Anteilseigner auf der Hauptversammlung. Womöglich verhilft die Corona-Pandemie der virtuellen Hauptversammlung jetzt zum Durchbruch.

Schon vor mehr als einem Jahrzehnt haben Berlin und Brüssel diese Möglichkeit als Zusatzangebot zur Präsenzveranstaltung geschaffen. So stimmten bei der Allianz schon 2007 mehr als 13.000 Anleger im Internet über das Wohl und Wehe ihres Vorstands ab.

Die Münchener hatten der Akzeptanz des neuen Mediums nachgeholfen, indem sie die Einladung per E-Mail mit einer Verlosung von Fondsanteilen und Eintrittskarten für den FC Bayern München schmackhaft gemacht hatten. Ganz ohne monetäre und sportliche Anreize kam die Deutsche Telekom im selben Jahr auf 7650 Internet-Hauptversammlungsaktionäre.

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    Doch wenn es um das stimmberechtigte Kapital ging, blieb die gesetzlich vorgeschriebene physische Veranstaltung immer am wichtigsten. Aus gutem Grund. Zwar ist für die Unternehmen und Anleger im Netz der Aufwand geringer, weil die Reise entfällt. Auch sind die Informationen rund ums Unternehmen detaillierter, weil gewünschte Daten noch während der Tagung rasch abrufbar sind. Andererseits müssen Unternehmen soziale Bedürfnisse befriedigen, wozu auch die Bereitschaft zählt, hitzige Debatten und den Austausch unter Aktionären auszuhalten.

    Dass reale Treffen über das Jahr 2020 hinaus ganz verschwinden, will sich hoffentlich niemand vorstellen. Erst recht nicht unter den Bedingungen im Coronajahr, wonach die Vorstände anordnen können, dass Fragen spätestens zwei Tage im Voraus eingereicht werden müssen. Auch liegt die Beantwortung im Ermessen des Vorstands. Das Rederecht fällt praktisch weg. All das muss eine Ausnahme bleiben.

    Zudem gilt: Vor Ort ist es einfacher, Unmut über den schlechten Aktienkurs oder ein miserables Management loszuwerden. Das gesprochene Wort befreit mehr als die Schrift. Und Würstchen vom Aktionärsbüfett fehlen im Netz sowieso.

    Mehr: Virtuelle Hauptversammlungen beschneiden den Einfluss der Aktionäre

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