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Kommentar Vodafone sollte die Schuld für den Stellenabbau nicht auf andere schieben

Der Mobilfunker verweist auf die Politik und die Konkurrenz, um die Stellenstreichungen zu rechtfertigen. Dabei waren die bereits bei der Unitymedia-Übernahme geplant.
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Der Netzbetreiber will beim Personal sparen. Quelle: Reuters
Vodafone-Shop

Der Netzbetreiber will beim Personal sparen.

(Foto: Reuters)

Vodafone hat den Konkurrenten Unitymedia gekauft. Damit kontrolliert der Konzern erstmals das Kabelnetz in fast ganz Deutschland und kann dort Breitbandangebote für seine Kunden machen. Von Anfang an war klar: Vodafone braucht die Infrastruktur des Konkurrenten, jedoch nur einen Teil von dessen Mitarbeitern.

Am Donnerstag startete Vodafone Verhandlungen mit dem Betriebsrat über das lange erwartete Sparprogramm. Doch der Konzern verwies zur Begründung für die Kürzungen auf die Politik und die Konkurrenz. Das ist ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver. Der Konzern sollte ehrlich eingestehen, dass er den Jobabbau selbst angestrebt hat.

In der Darstellung des Konzerns klingt das derzeit anders. Die hohen Kosten von rund 6,5 Milliarden Euro für die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland seien ein Grund für die Sparnöte. Zudem gebe es einen neuen Wettbewerber im Markt. Auch wenn der nicht namentlich erwähnt wird, meint Vodafone damit den Chef von United Internet (Marke 1&1), Ralph Dommermuth.

Es stimmt, dass der Wettbewerb wächst, wenn es künftig vier statt drei Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt gibt. Es stimmt auch, dass der 5G-Ausbau teuer wird. Aber der zentrale Grund für den Stellenabbau bei Vodafone ist die Übernahme von Unitymedia. Viele Verwaltungs- oder Vertriebsposten braucht Vodafone nicht doppelt.

Die Hoffnung auf Synergien war ja gerade ein Grund für den Kauf des Konkurrenten. Der Konzern verschleiert die Tatsache und verweist lieber auf vermeintlich andere Gründe. Besonders hart könnte es Partneragenturen treffen, die Shops für Vodafone oder Unitymedia betreiben.

Die Verkäufer in diesen Läden sind keine Mitarbeiter der Netzbetreiber. Daher ist ihr Schicksal auch nicht Teil der Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Vodafone sollte transparent kommunizieren, was nun passiert, anstatt sich hinter durchschaubaren Vorwürfen gegen die Politik zu verstecken.

Mehr: Deutsche telefonieren erstmals lieber über digitale Dienste als übers Festnetz. Betreiber wie Vodafone reduzieren Kosten, indem sie Shops streichen.

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