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Kommentar Volkswagen muss ein wenig mehr Volksrepublik wagen

Der Markt in China schrumpft, VW muss die Entwicklung vor Ort stärken. Es reicht nicht mehr, einfach nur europäische Konzepte zu exportieren.
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Mit etwa 15 Prozent Anteil ist der VW-Konzern Marktführer in China. Quelle: dpa
Volkswagen in Peking

Mit etwa 15 Prozent Anteil ist der VW-Konzern Marktführer in China.

(Foto: dpa)

Ohne China geht kaum noch etwas bei Volkswagen. Mehr als 40 Prozent seiner Fahrzeuge verkauft der Wolfsburger Autokonzern mittlerweile in der Volksrepublik. Drei bis vier Milliarden Euro an Gewinn überweisen die chinesischen Tochtergesellschaften jährlich nach Deutschland.

Wer so sehr von einem einzigen Markt abhängig geworden ist, der macht sich zwangsläufig Sorgen, wenn es nicht mehr so gut läuft. Und genau das passiert gerade: Zum ersten Mal nach 20 Jahren sinken in China die Verkaufszahlen für Neuwagen. Wegen des anhaltenden Handelskonflikts zwischen China und den USA halten sich chinesische Kunden bei Neuwagenkäufen zurück.

Für 2019 sind die Aussichten kaum besser.

Mit etwa 15 Prozent Anteil ist der VW-Konzern Marktführer in China. Wenn also im gesamten Land weniger Autos verkauft werden, bekommt das auch Volkswagen zu spüren. Im vergangenen Jahr musste der deutsche Konzern von den gewohnten Zuwachsraten Abschied nehmen. So gerade eben noch hat VW das Vorjahresergebnis erreichen können.

Ein schrumpfender Markt verlangt neue Ideen, eine neue Strategie. Einfach immer nur Fabriken zu bauen und noch mehr Autos zu produzieren kann in solchen Zeiten nicht die richtige Antwort sein.

Der Konzern will in der Volksrepublik chinesischer werden – ein vernünftiger Ansatz. In der Vergangenheit hat VW in aller Regel einfach nur europäische Konzepte nach China exportiert. In Zeiten ungebrochenen Wachstums mag das funktionieren. Jetzt nicht mehr.

Wenn es Volkswagen gelingt, tatsächlich chinesischer zu werden, etwa dadurch, die Entwicklung vor Ort zu stärken, wäre ein wichtiger Anfang gemacht. Volkswagen würde sich damit nicht nur das Know-how etwa in IT-Technik sichern, sondern auch die Loyalität seiner chinesischen Kunden. Der deutsche Konzern muss dann allerdings auch tolerieren, dass seine chinesischen Töchter mehr Eigenleben entwickeln.

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