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Kommentar Volkswagen will nicht für seine Skandale büßen

Anfang des Jahres hatte Volkswagen Affen für Abgastests eingesetzt. Bis heute ist kein Schuldiger für den Skandal gefunden worden – VW drückt sich.
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Bis heute schont der Konzern seine Leute aus dem Topmanagement, obwohl Staatsanwaltschaften etliche aktuelle und frühere Vorstände in ihren Akten als Beschuldigte führen. Quelle: Polaris/laif
Volkswagen

Bis heute schont der Konzern seine Leute aus dem Topmanagement, obwohl Staatsanwaltschaften etliche aktuelle und frühere Vorstände in ihren Akten als Beschuldigte führen.

(Foto: Polaris/laif)

WolfsburgThomas Steg hat einen Freispruch erster Klasse erhalten. Er kann mit sofortiger Wirkung auf den Posten des VW-Cheflobbyisten zurückkehren. Vor vier Monaten war Steg beurlaubt worden, weil er bei Tests an Menschenaffen nicht entschieden genug einschritt.

Von dem Vorwurf ist er nun befreit: Für ein betrügerisches oder kriminelles Verhalten haben die internen Ermittler keine Beweise gefunden, erklärte VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner.

Steg mag in der Tat der Falsche sein, der für die Tierversuche gehängt worden wäre, die nur dem Zweck dienten, Dieselautos sauber erscheinen zu lassen. Warum aber findet der Konzern trotz intensiver Suche keinen Schuldigen? Ohne Zweifel ist dieser Affentest moralisch verwerflich. VW selbst hat das eingeräumt. Die Antwort auf diese Frage ist simpel: weil das Unternehmen keinen finden will.

Zur Kultur des Konzerns gehört es, dass die Mitarbeiter gern nach Verantwortung greifen, weil damit Macht und höhere Bezahlung verbunden ist. Wenn es aber darum geht, die Verantwortung zu übernehmen, dann duckt sich das Management kollektiv weg.

Auch in diesem Fall. Die Verantwortung für die Tests an Affen schreibt VW dem Dienstleister EuGT zu. Dass bei VW jemand die Gelder dafür bewilligte, bleibt folgenlos.

Diese Haltung erinnert an den Skandal um manipulierte Abgaswerte von Dieselautos. Selbst nach drei Jahren hat VW keinen Abschlussbericht vorgelegt. Verantwortlich für das milliardenteure Desaster sollen lediglich Beschäftigte aus unteren Hierarchien sein.

Bis heute schont der Konzern seine Leute aus dem Topmanagement, obwohl Staatsanwaltschaften aus den USA und Deutschland etliche aktuelle und frühere Vorstände in ihren Akten als Beschuldigte führen. Die US-Ermittler haben sogar gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn Anklage erhoben.

VW muss dieses System der diffusen Verantwortlichkeit durchbrechen. Voraussetzung für Sühne ist, dass jemand Schuld übernimmt.

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