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Kommentar Vom Asylbewerber zur Fachkraft – Integration sollte belohnt werden

Der „Spurwechsel“ vom Asylverfahren in die Erwerbsmigration ist nicht nur ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Er ist auch eine faire Belohnung.
21.08.2018 - 17:18 Uhr Kommentieren
Für mehr als 30.000 Flüchtlinge käme ein „Spurwechsel“ infrage. Quelle: imago/Jens Jeske
Integration

Für mehr als 30.000 Flüchtlinge käme ein „Spurwechsel“ infrage.

(Foto: imago/Jens Jeske)

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit sieht keinen Grund zur Schwarzmalerei. Flüchtlinge integrierten sich überraschend gut in den Arbeitsmarkt, sagt Detlef Scheele. Knapp eine Viertelmillion hatte im Mai bereits eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden, so weist es die jüngste Statistik der Nürnberger Behörde zur Fluchtmigration aus.

Die Frage ist nur, für wie lange. Denn unter den Flüchtlingen mit Job sind Zehntausende, die nur eine Duldung besitzen, also irgendwann abgeschoben werden können. Und Hunderttausende, von denen erwartet wird, dass sie in ihre Heimat zurückkehren, wenn die Kriege in Syrien, im Irak oder in Afghanistan eines Tages vorbei sein sollten.

Denn je nach Schutzstatus ist die Aufenthaltserlaubnis auf ein bis drei Jahre begrenzt – wenn auch mit Option auf Verlängerung.

Doppelte Enttäuschung ist deshalb programmiert: Zum einen bei den Geflüchteten, die Deutsch gelernt haben – nicht unbedingt eine der einfachsten Sprachen weltweit. Die sich um Integration bemühen. Die sich dafür schämten, auf Unterstützung vom deutschen Steuerzahler angewiesen zu sein, statt selbst für ihre Familie sorgen zu können.

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    Und die umso erleichterter waren, als es mit der Arbeitserlaubnis und dem Job dann irgendwann doch geklappt hat.

    Natürlich wird es auch unter ihnen viele geben, denen die Heimat alles bedeutet, die dorthin zurückkehren werden, wenn sie vor Krieg oder Verfolgung sicher sind. Andere aber haben sich bis dahin vielleicht eine Existenz in Deutschland aufgebaut und eine neue Heimat gefunden. Ihre Integrationsbemühungen gehören belohnt.

    Enttäuschung ist zum anderen auch bei vielen Arbeitgebern zu erwarten. Schon heute klagen sie, dass Flüchtlinge aus der Ausbildung heraus abgeschoben werden, obwohl das laut Gesetz eigentlich nicht sein sollte.

    Und auch sonst müssen sie fürchten, dass die nach langer Suche endlich gefundene Arbeitskraft den Job wieder aufgeben und das Land verlassen muss, weil die Duldung oder Aufenthaltserlaubnis ausläuft. Und das in Zeiten eines immer weiter um sich greifenden Personal- und Fachkräftemangels.

    Der von der Politik kontrovers diskutierte „Spurwechsel“ vom Asylverfahren in die Erwerbsmigration ist deshalb nicht nur fair gegenüber allen Geflüchteten, die sich anstrengen und integrieren. Er ist auch ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Denn die Arbeitskräfte, die man ohne „Spurwechsel“-Option außer Landes schickt, müssten dann anderswo mühsam angeworben werden.

    Natürlich darf kein neuer Anreiz entstehen, sich in der Hoffnung auf einen Job in Deutschland in Afrika in die Boote zu setzen. Nichts ist aber leichter, als das mit einer Stichtagsregelung auszuschließen.

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