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Kommentar Von der Kapitalerhöhung bei der Tui profitiert vor allem Großaktionär Mordaschow

Das von der Hauptversammlung genehmigte Rettungspaket gleicht einem Geschenk an den Oligarchen. Der stockt günstig auf – und darf Gewinne erwarten.
05.01.2021 - 15:17 Uhr Kommentieren
Das angeschlagene Unternehmen hat künftig einen Oligarchen und den Staat als Großaktionär. Quelle: Bloomberg
Alexej Mordaschow

Das angeschlagene Unternehmen hat künftig einen Oligarchen und den Staat als Großaktionär.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Beim tiefen Fall des deutschen Reisekonzerns Tui, der im Corona-Jahr drei Milliarden Euro Verlust eingefahren hat und zu einem nur schwer zu rettenden Sanierungsfall wurde, gibt es nun überraschenderweise doch einen strahlenden Gewinner: den russischen Oligarchen Alexej Mordaschow.

Mit dem Segen der deutschen Finanzaufsicht Bafin, dem Einverständnis der EU-Kommission und der Zustimmung der Tui-Hauptversammlung darf der milliardenschwere Stahlmagnat seine Konzernbeteiligung von 24,89 auf 36 Prozent ausbauen, ohne – wie sonst üblich – den außenstehenden Tui-Aktionären ein Kaufangebot für deren Papiere unterbreiten zu müssen.

Das Schöne aus Mordaschows Sicht: Der Zukauf kostet ihn nur 266 Millionen Euro, da die Aufstockung über die Ausgabe neuer Aktien läuft. Diese können Altaktionäre zum Preis von gerade einmal 1,07 Euro beziehen.

Zum Vergleich: Aktuell wird die Tui-Aktie an Londons Börse zu einem Kurs von rund 5,40 Euro gehandelt.

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    Hinzu kommt: Ein Viertel von Mordaschows Kaufsumme deckt allein die Dividende, die Tui dem Russen noch im vergangenen Februar ausschüttete. Auf die muss er zwar in nächster Zeit verzichten, weil der Staat im Gegenzug für seine Finanzhilfe einen Dividendenstopp verlangt. Langfristig aber zeigt sich der Reisekonzern für ihn als äußerst lohnendes Investment.

    Wertzuwachs dürfte Mordaschow auch diesmal gelingen

    Schon einmal, in den frühen 90er-Jahren, hatte Mordaschow mit heimlichen Aufkäufen scheinbar wertloser Aktien sein Vermögen gemehrt. Als Angestellter des Stahlkochers Serverstal kaufte er hinter dem Rücken seines Generaldirektors die Mehrheit des russischen Staatskonzerns. Heute sollen seine Investments 23 Milliarden Dollar wert sein.

    Der Wertzuwachs dürfte Mordaschow auch dieses Mal gelingen. Weil der deutsche Steuerzahler inzwischen mit 4,3 Milliarden Euro für Tui haftet, ist der Konzern aus politischen Gründen vor einer Insolvenz so sicher wie die Bundesbank.

    Hinzu kommt, dass der Staat als stiller Gesellschafter – und womöglich mit mehr als 25 Prozent Anteil bald auch Großaktionär – am wirtschaftlichen Erfolg von Tui massiv interessiert ist.

    Im Wettbewerb gegen privatwirtschaftliche Konkurrenten wie Alltours, Schauinsland, FTI oder DER Touristik könnte der regierungsnahe Großaktionär dem russischen Tui-Haupteigentümer mächtige Vorteile verschaffen. Konkurrenten der Deutschen Post oder der Deutschen Bahn besitzen längst einen bleibenden Eindruck davon, was ein teilstaatlicher Rivale für sie bedeutet.

    Mehr: Alexej Mordaschow – Der Oligarch, der Tui retten soll.

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