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Kommentar Vor allem in der Krise regiert die Politik die Kapitalmärkte

Anleger müssen sich entscheiden, ob sie den von der Politik beeinflussten Kapitalmärkten misstrauen oder davon profitieren wollen. Es gibt viel Spielraum für Gewinne.
01.06.2020 - 16:37 Uhr Kommentieren
Die Politik hat die Märkte im Griff. Quelle: AP
Händler an der Wall Street

Die Politik hat die Märkte im Griff.

(Foto: AP)

Die Kapitalmärkte sollten Risiken und Chancen von Unternehmen und Branchen bewerten und dafür sorgen, dass das Kapital möglichst sinnvoll eingesetzt wird. So weit die Theorie.

Die Praxis sieht schon lange anders aus: Die Kapitalmärkte hängen von der Politik ab. Und das wird mit jeder Krise stärker. Analysten und Investoren müssen daher vor allem die Politik verstehen, wenn sie richtige Entscheidungen treffen wollen.

Seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren sind die Risiken im Immobilienmarkt im Mutterland des Kapitalismus, den USA, de facto verstaatlicht worden. Immobiliendarlehen werden zu einem großen Teil mit staatlichen Garantien versehen. Seither haben die Notenbanken ohnehin schon stark in die Märkte eingegriffen. Und in der Coronakrise überbieten Regierungen und Notenbanken sich darin, Risiken aus den Märkten zu nehmen. Dabei unterstützen sie zum Teil sehr gezielt einzelne Branchen oder sogar Unternehmen.

Warnung vor Zombie-Märkten

Erstaunlich ist, dass das alles relativ gut funktioniert. Schon lange gibt es Warnungen, die Märkte könnten nicht mehr funktionieren, nicht mehr lebensfähige „Zombie-Unternehmen“ würden erhalten, inzwischen ist schon von „Zombie-Märkten“ die Rede. Aber bis zur Coronakrise lief die Weltwirtschaft ja gut. Und der Blick nach Japan zeigt, dass im Zusammenspiel von Geld- und Finanzpolitik noch ganz andere Beträge aufgetürmt werden können, als wir in Europa und den USA gewöhnt sind. Es gibt also noch viel Spielraum, die Märkte weiter zu manipulieren.

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    Die Idee von der Steuerungsfunktion der Kapitalmärkte wird mehr und mehr zum Mythos, ebenso wie die Idee der Trennung Geld- und Finanzpolitik. In Wahrheit wird der Kapitalismus aus einem sich ständig wandelnden Zusammenspiel zwischen gewählten Politikern, den Technokraten der Notenbanken und privaten Investoren gesteuert.

    Anleger müssen sich entscheiden. Sie können die Finger von allen Risiken lassen, weil die kaum noch rational einzuschätzen sind. Oder das Spiel mitspielen und versuchen, davon zu profitieren, dass ihnen ein Großteil der Risiken bis auf Weiteres von staatlicher Hand abgenommen wird.

    Wie das alles endet? Wir wissen es nicht. Vielleicht gewöhnen sich einfach alle an den Zustand.

    Mehr: Ökonomen fordern mehr Krisenhilfe von der EZB.

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