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Ein Urteil gegen einen Makler im Picam-Skandal offenbart die Schwäche des Systems der freien Finanzberater. Ohne deren Hilfe wäre der Betrug so nicht möglich gewesen.

Kommentare

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  • Das Problem ist nicht das System der freien Finanzberater. Wenn jemand ohne Ausbildung und Zulassung Heilung durch eine dubiose Krebstherapie verspricht, ist es auch nicht das Problem der Ärzteschaft.

    Man nennt sie "frei" oder "unabhängig", weil sie nicht für eine einzelne Bank oder einen Finanzproduktgeber arbeiten, sondern aus der ganzen Marktbreite im Interesse der Kunden das passende Finanzprodukt empfehlen und vermitteln. Im Verbraucherinteresse sind die zu vermittelnden Produktarten auch eingeschränkt. Unabhängige Finanzdienstleister sind seit Jahren streng reguliert. Die Erlaubnis nach § 34 f Gewerbeordnung erhält grundsätzlich nur, wer
    geordnete Vermögensverhältnisse sowie einen guten Leumund
    eine Berufshaftpflichtversicherung und
    einen Sachkundenachweis (IHK-Prüfung)
    nachweist.
    Vermögensverwalter sind noch strenger reguliert und unterliegen der BaFin-Aufsicht und können zudem auch aus einer deutlich größeren Bandbreite an Finanzinstrumenten vermitteln. Jeweils kann man davon ausgehen, dass das Kundeninteresse im Mittelpunkt steht, nicht irgendwelche Verkaufsvorgaben z. B. einer Bank.
    Das Problem bei Picam war aber u.a., dass die Vermittlung einer Vermögensverwaltung auch ohne diese Zulassungen möglich ist. Das kann - nach dem erwähnten Urteil des europäischen Gerichtshofes - jeder machen. Insofern ist es doch eher ein Problem des Gesetzgebers oder der zuständigen Finanzaufsicht von Picam und Piccor, die den Betrug nicht bemerkt hat.

Mehr zu: Kommentar - Vorsicht bei Finanzmaklern – Urteil legt Schwäche des deutschen Systems offen