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Kommentar Vorsicht vor zu viel Euphorie – selbst im Fall eines Wahlsiegs von Biden

An der Wall Street positionieren sich Investoren für einen klaren Sieg der Demokraten. Doch diese Strategie geht möglicherweise nicht auf.
20.10.2020 - 20:29 Uhr Kommentieren
Die Wall Street positioniert sich früh, liegt aber nicht immer richtig. Quelle: dpa
Fassade der New Yorker Börse

Die Wall Street positioniert sich früh, liegt aber nicht immer richtig.

(Foto: dpa)

Amerikas Finanzelite hat lange mit Joe Biden gehadert. Sollte der Demokrat das Rennen um das Weiße Haus gewinnen, würden die Steuern steigen und die Auflagen verschärft, vor allem für die Energie- und die Bankenbranche, lauteten die Bedenken vieler Investoren.

Andererseits begrüßen viele die Stabilität, die mit Biden in die Politik zurückkehren würde. Für viele an der Wall Street lautete der ideale Kompromiss deshalb im Sommer noch: Biden gewinnt das Weiße Haus, der Senat bleibt in der Hand der Republikaner.

Damit wären Steuererhöhungen unwahrscheinlich. Historisch betrachtet war es für Aktien ohnehin immer besser, wenn nicht eine Partei das Weiße Haus und auch noch beide Kammern dominiert. Doch die Wall Street ist mittlerweile von den alten Prinzipien abgerückt.

Das Szenario aus dem Sommer ist sogar zum am wenigsten erwünschten Ergebnis geworden. Die Wirtschaft verliert an Schwung. Das neue Konjunkturpaket, das eigentlich schon vor Monaten hätte verabschiedet werden sollen, ist ausgeblieben. Die Chancen, dass sich die Parteien in letzter Minute noch einigen können, stehen nicht besonders gut. Das wird die Wirtschaft und die Banken in den kommenden Monaten belasten.

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    Die Wall Street hat sich daher mit der „Blauen Welle“ angefreundet: Biden gewinnt die Wahl, seine Demokraten bekommen die Mehrheit im Senat und behalten sie im Repräsentantenhaus. Das deckt sich mit den Umfragen. Längst diskutieren Großinvestoren wie Kleinanleger über die möglichen Gewinner an den Aktienmärkten und die besten „Biden-Portfolios“.

    Die Blaue Welle würde Goldman Sachs „vermutlich dazu veranlassen, die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft anzuheben“, schrieb Jan Hatzius, Chefökonom der Bank, jüngst an seine Kunden.

    Analysten der Bank of America hoben hervor, dass börsennotierte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), auf Solaraktien in diesem Jahr einen Boom erleben, weil sich Anleger für die Blaue Welle positionieren.

    Biden wird sich anders als Donald Trump für den Klimawandel starkmachen, wirbt für „grüne Jobs“ und verspricht Investments in erneuerbare Technologien. Der Solar-ETF von Ivesco hat in diesem Jahr rund 150 Prozent zugelegt, viel mehr als Tech-ETFs, die eigentlichen Stars der Coronakrise.

    Doch bei aller Euphorie sollten Investoren nicht vergessen: Die Wall Street positioniert sich früh, liegt aber nicht immer richtig. Nach der Wahl 2016 gingen viele davon aus, dass es unter Trump ein großes Infrastrukturpaket geben würde. Schließlich hatte er das im Wahlkampf und zu Beginn seiner Amtszeit immer betont. Stattdessen gab es Steuersenkungen und einen Handelskrieg mit China.

    Mehr: Donald Trump hat die Rückendeckung durch die Wall Street verspielt

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