Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Vorstandschefs sollten mehr politische Haltung zeigen

Unternehmenschefs dürfen nicht mehr nur zusehen. Immer mehr wird Unternehmen zugetraut, politische Probleme zu erkennen und mitunter sogar zu lösen.
Kommentieren
Der Siemens-Chef scheut die Konfrontation nicht und zeigt klare Kante. Quelle: Reuters
Joe Kaeser

Der Siemens-Chef scheut die Konfrontation nicht und zeigt klare Kante.

(Foto: Reuters)

Das „Trustbarometer“ der Kommunikationsagentur Edelman ist mehr als nur ein cleverer Schachzug der PR-Branche. Tatsächlich gibt die Umfrage unter institutionellen Investoren auch in diesem Jahr einen guten Überblick, welche Herausforderungen weltweit auf die Unternehmen zukommen. Und da taucht in diesem Jahr – zeitlich passend zum Weltwirtschaftsforum in Davos – ein Punkt auf der Agenda auf, der es in sich hat.

Während nämlich viele Topmanager dachten, mit der Einhaltung von Kriterien für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) sei der Obolus für die Gesellschaft entrichtet, werden sie nun auch an ganz anderer Stelle in die Pflicht genommen.

Fünf große Konfliktherde treiben den Finanzprofis die Sorgenfalten auf die Stirn: die Datensicherheit, die Ungleichheit bei den Einkommen, die Vielfalt am Arbeitsplatz, die nationale Sicherheit und die Immigration. Viele Konzernlenker werden argumentieren, dass für diese Probleme die Politik zuständig ist, aber so leicht werden sie sich in Zukunft nicht mehr aus der Verantwortung stehlen können.

Die Unternehmenschefs – vor allem die mit grenzüberschreitendem Geschäft – dürfen nicht mehr zusehen, wie viele Entwicklungen auf dem Erdball in die falsche Richtung laufen. Protektionismus, Klimaerwärmung und die Blütezeit autokratischer Herrscher verlangen nach Haltung, und die muss man auch öffentlich machen.

Natürlich sind solche Parteinahmen heikel – das hat Siemens-Chef Joe Kaeser in den vergangenen Monaten erfahren. Aber gerade Jüngere wollen wissen, wie die Vorstände politisch ticken. Vielen global agierenden Konzernen traut man heute eher als der Politik zu, dass sie Probleme benennen und lösen können.

Während sich Staaten abschotten, denken Firmen in globalen Zusammenhängen. Es kann sich darum auszahlen, Veränderungen anzustoßen, anstatt auf die Politik zu warten. Die Erwartungen an Konzerne sollten die Topmanager als Chance begreifen, nicht als Risiko.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Vorstandschefs sollten mehr politische Haltung zeigen

0 Kommentare zu "Kommentar: Vorstandschefs sollten mehr politische Haltung zeigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote