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Kommentar VW benötigt mehr Einfluss für höhere Bewertung

Um wertvoller zu werden, müsste der Autobauer seine komplizierte Aktienstruktur aufbrechen – besonders der Einfluss Niedersachsens tut dem Konzern nicht gut.
22.12.2019 - 16:49 Uhr Kommentieren
Die Aktie des VW-Konzerns ist die billigste im Dax. Quelle: imago images / Schöning
VW Kraftwerk Wolfsburg

Die Aktie des VW-Konzerns ist die billigste im Dax.

(Foto: imago images / Schöning)

Volkswagen verkauft mehr Autos als Toyota, ist mit 88 Milliarden Euro aber weniger wert als die Japaner, die auf 203 Milliarden Euro kommen. VW ist sogar die billigste Aktie im Dax. Sechseinhalb Jahresnettogewinne ist der Autobauer wert. So günstig gibt es unter Großkonzernen weltweit nur die intransparenten chinesischen Banken.

Mit intelligenterem Marketing ist diese Misere nicht zu beheben. Große Konzerne und ihre Aktien sind nie deshalb so billig, weil Anleger sie übersehen. Vielmehr müsste VW die Einflussmöglichkeiten für Anleger verbessern. Das heißt: weg mit dem komplizierten Geflecht aus stimmrechtlosen Vorzugsaktien und einflussreichen Stammaktien. Wer Aktien kauft, muss mitreden können.

Bei VW haben aber im Prinzip drei Großaktionäre – Porsche, das Land Niedersachsen und die Qatar Holding – das Sagen. Besonders der Einfluss Niedersachsens sorgt für einen Bewertungsabschlag, auch weil dadurch marktwirtschaftliche Entscheidungen, etwa über unrentable Standorte nachzudenken, verhindert werden.

Übrigens, im Oktober 2008 kostete eine VW-Aktie zeitweise über 1000 Euro. Damit war VW sogar mehr wert als der damals weltweit teuerste Konzern Exxon Mobil. Auslöser war eine Mitteilung des Großaktionärs Porsche, über fast alle VW-Aktien zu verfügen. Daraufhin deckten sich Spekulanten mit Aktien ein, die sie sich geliehen und dann verkauft hatten, um so auf sinkende Kurse zu setzen. Als die Leerverkäufer ihre Aktien zurückwollten, gab es nicht genügend, woraufhin der Kurs in wenigen Stunden um 150 Prozent nach oben schoss.

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    Solch eine komplizierte Kettenreaktion war nur möglich, weil VW undurchsichtige Aktienstrukturen pflegte. Auf diese Weise wertvoller als alle anderen zu werden und für Kursturbulenzen zu sorgen dürfte kaum im Interesse VWs liegen. Dann wohl schon eher dadurch, dass die komplizierten Verschachtelungen aufgelöst werden. Das würde Volkswagen zumindest so wertvoll machen, wie es seiner starken Bilanz entspricht.

    Mehr: Weltweit ist der Autoabsatz gesunken, die Gewinne brechen ein. Einige Hersteller können dem Trend trotzen. Diese Marken sind besonders rentabel.

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