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Kommentar VW gibt endlich seine Vision vom alles umfassenden Autohersteller auf

Schon im Sommer will der Autobauer seine Lkw-Tochter Traton an die Börse bringen. Damit zeigt VW-Chef Herbert Diess einen neuen Realismus.
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Die Aktien der Lkw-Tochter von Volkswagen sollen voraussichtlich noch vor dem Sommer in Frankfurt und in Stockholm gehandelt werden. Quelle: Traton Group
Traton

Die Aktien der Lkw-Tochter von Volkswagen sollen voraussichtlich noch vor dem Sommer in Frankfurt und in Stockholm gehandelt werden.

(Foto: Traton Group)

In der Welt von Volkswagen ist der Superlativ das Maß aller Dinge. Egal ob es um die Zahl der Fabriken, der Mitarbeiter und der verkauften Autos geht, stets trumpfte das Management des Fahrzeugbauers mit Rekordwerten auf.

Um sich diesen Platz an der Weltspitze zu sichern, kaufte der Wolfsburger Konzern über die Jahre Marke um Marke hinzu. Edelhersteller wie Bugatti zählten dazu wie auch der Motorradproduzent Ducati und eben die Lkw-Firmen Scania und MAN.

Diese Sammelleidenschaft hat nun ein Ende gefunden. Die Nutzfahrzeugsparte Traton mit den Marken Scania und MAN will der Konzern noch in diesem Sommer an die Börse bringen. Auch wenn zunächst lediglich bis zu 15 Prozent der Aktien den Investoren zum Kauf angeboten werden, ist der Schritt bemerkenswert.

Denn die Führung zeigt mit der Abspaltung von Traton einen Realismus, den es in den vergangenen Jahren nicht gegeben hatte. Mit dem Wunsch nach Größe hat die frühere Führungsetage zwar ein gigantisches Reich mit einem Jahresumsatz von über 200 Milliarden Euro und Werken rund um den Erdball geschaffen, aber dieses ist schwer zu regieren.

Wie ungenügend die Kontrollmechanismen waren, zeigt sich an der Abgasaffäre. Der millionenfache Betrug hat bislang 30 Milliarden Euro gekostet – also den Gewinn von zwei guten Jahren.

Auch heute ist VW nicht leicht zu steuern. Bei einigen Marken wie etwa Audi sind die Kosten aus dem Ruder gelaufen, ohne dass das Management wirksam eingegriffen hat. Selbst bei der Gewinnmaschine Porsche liegt die Rendite unter dem Machbaren.

Wachstumsplan für Traton wird viel Geld kosten

Mit Herbert Diess als Vorstandschef hat sich der Fokus verschoben, wie sich nun am geplanten Börsengang von Traton zeigt. Der Schritt ist sinnvoll, da die Nutzfahrzeugsparte keine Überschneidungen mit den Pkw-Marken hat. Die Synergien sind gleich null.

Der Verbleib im Konzernverbund ist sogar hinderlich für die Entwicklung von Traton. Lkw-Chef Andreas Renschler hat einen ambitionierten Wachstumsplan für Traton entwickelt, der die Expansion nach Nordamerika und Asien vorsieht. Die Umsetzung dieser Strategie wird viel Geld verschlingen. Vom krisengeplagten Mutterkonzern kann er dieses Kapital nicht bekommen, da VW die Mittel für die Entwicklung von Elektroautos und digitaler Anwendungen benötigt.

Mit der Platzierung von Traton an der Börse kann Diess Geld für diese Entwicklungsarbeit einwerben. Im Gegenzug erhält Renschler die Option, sich selbst Kapital bei Investoren zu beschaffen. Als börsennotierte Firma kann Traton bei Übernahmen eigene Aktien als Akquisitionswährung einsetzen, etwa beim US-Hersteller Navistar. Von der Ablösung profitieren VW wie Traton, auch wenn sie die Vision von Größe beendet.

Mehr: Volkswagen nimmt einen zweiten Anlauf für den Börsengang der Lkw-Holding. Vorgesehen ist eine Notierung in Frankfurt und Stockholm.

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