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Kommentar VW ist nicht Opfer, sondern bleibt weiterhin Täter

In einem Rundumschlag holt VW-Chef Diess gegen Politik und die Kritiker des Konzerns aus. Doch mit dieser Attacke schadet er nur seinem eigenen Unternehmen.
5 Kommentare
VW ist nicht Opfer, sondern bleibt weiter Täter – ein Kommentar Quelle: Reuters
VW-Chef

Herbert Diess warf der Politik mit Blick auf neue CO2-Grenzwerte einen „Feldzug gegen die individuelle Mobilität“ vor.

(Foto: Reuters)

Fast wichtiger als die Frage, was jemand sagt, ist bisweilen der Umstand, wo er es sagt: Dass VW-Chef Herbert Diess es mal richtig krachen lässt, wenn er intern zu eigenen Zulieferern spricht, scheint daher zunächst verständlich. Dass er bei so einer Gelegenheit düstere Menetekel vom Ende der deutschen Autoindustrie an die Wand wirft und dafür vor allem die böse Politik in Berlin und Brüssel verantwortlich macht – das hören sie in Wolfsburg sicher gern. Einerseits.

Andererseits war die Rede kaum gehalten, schon an die Medien weitergereicht. Daher darf man dem VW-Chef eiskaltes Kalkül unterstellen. Und so wird aus seiner internen Attacke eben sofort ein offizielles Konzern-Statement, das in seiner larmoyanten Klage dem Konzern, aber auch dem Ruf der Management-Eliten nur weiter schaden wird.

Diess jammert über einen „Feldzug“ der Politik, der mittlerweile „existenzbedrohende Ausmaße“ annehme. Die gibt es tatsächlich, aber nicht wegen der „beinahe hysterischen Stickoxiddiskussion“.

Zur Erinnerung: Seit 2015 ist klar, dass VW alle Aufsichtsbehörden, die Politik und ihre Kundschaft jahrelang betrogen hat. Noch immer sitzen deshalb etliche Manager bis zum Ex-Audi-Chef Rupert Stadler in U-Haft. Noch immer ist kein Ende der Affäre in Sicht.

Diess scheint selbst den Zeitpunkt seiner Anklage bewusst gewählt zu haben: Am Dienstag kündigte die Konzerntochter Audi an, 800 Millionen Euro Bußgeld im Dieselskandal zu zahlen. Nur: VW ist nicht Opfer, sondern bleibt weiterhin Täter, der aber nun lieber mit dem Finger auf andere zeigt.

Diess wurde da erst jüngst verhaltensauffällig, als er sich im Streit um den Braunkohle-Abbau im Hambacher Forst auf die Seite der Demonstranten und gegen den Energiekonzern RWE positionierte. Er werde vielleicht auch noch demonstrieren, sagte Diesel-Diess allen Ernstes.

Wer sich so weit im verrußten Glashaus verbarrikadiert hat, sollte die Steine liegen lassen. Der VW-Chef scheint den Blick für die Realitäten verloren zu haben – oder derart blank liegende Nerven zu haben, dass es auch schon egal ist.

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5 Kommentare zu "Kommentar: VW ist nicht Opfer, sondern bleibt weiterhin Täter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Leider wird in der medialen Diskussion immer übersehen, daß nicht VW der Täter ist, sondern das damalige VW-Top-Management. VW besteht aber auch aus vielen vielen grundehrlichen Mitarbeitern, die nichts für die Betrügereien können. Damit, daß aber die Medien so verallgemeinern oder vereinfachen bringen sie langfristig tatsächlich Arbeitsplätze in Gefahr.
    Überhaupt wird für mein Empfinden aktuell viel zu schlecht über die deutsche Autoindustrie geschrieben. So schlecht ist sie nicht - und Tesla ist auch nicht der Himmel.

  • Herr Huebner, wer macht denn die Gesetze?

    "Die Politik setzt verbindliche Abgas-Grenzerte fest, ist aber gar nicht willens oder in der Lage, für ihre Einhaltung zu sorgen."

    Bitte, wer ist hierfür verantwortlich?
    Wie realistisch sind die Grenzwerte?

    Ich melde mich ab vom Handelsblatt, denn das ist unter Niveau!

  • Dass es in der Politik und bei selbsternannten Umwelthelfern in der Stickoxiddebatte nicht immer seriös zugeht, ist leider nicht von der Hand zu weisen.
    Ebensowenig aber, dass diese Debatte erst nötig wurde, weil die Autoindustrie im Allgemeinen und VW im Besonderen jahrelang vorsätzlich unsere Luft verpestet haben.
    Aber wie soll so ein armer Vorstandsvorsitzender damit umgehen, dass die Politik plötzlich nicht mehr auf seiner Seite steht, sondern sich langsam auf die des Gesetzes schlägt?
    Und dann ausgerechnet gegenüber den die Knechtschaft gewohnten Zulieferern Schwäche in Form von Selbstkritik zeigen? Arroganz gehört in WOB zum Geschäftsmodell, auch passen Demut und Herrschaft eben nicht recht zueinander.

  • stimme Herrn Tassler voll zu!

  • es wäre ehrlicher, sich darauf zu besinnen, was der Konzern in der Vergangenheit getan hat, als darüber zu sprechen, wie sicher der Konzern und sein Management gern sieht.

    Das Allein verlangt Größe, Herr Diess!
    Geschwätz hilft da nicht mehr.

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