Kommentar VW kommt für den Dieselbetrug mit einem Spottpreis davon

Das Milliarden-Bußgeld ist für VW ein Schnäppchen. Der Konzern wird seiner Verantwortung nun erst recht nicht nachkommen.
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Lehrgeld in Milliardenhöhe – VW übernimmt Verantwortung für Diesel-Skandal

Eine Milliarde Euro muss Volkswagen zahlen. Es ist das höchste bisher in Deutschland verhängte Bußgeld gegen ein Unternehmen wegen eines Wirtschaftsdelikts. Schnell waren Stimmen zu hören, dass nun offensichtlich endlich begonnen wird, VW für den Dieselbetrug zur Rechenschaft zu ziehen.

Tatsächlich ist die Höhe der Strafe aber ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich im Betrugsskandal endgültige Aufklärung erwarten. Freuen kann sich nur das Land Niedersachen, dem eine ordentliche Finanzspritze zufließt, wenngleich die Summe auch gerade einmal drei Prozent des Haushalts ausmacht. Ansonsten hilft die Sanktion an keiner Stelle weiter. Im Gegenteil: Das Bußgeld richtet weit mehr Schaden an, als es nützt.

Denn zum einen hindert es Behörden in anderen europäischen Staaten, weitere Strafen zu verhängen. Was aber schwerer wiegt: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die VW-Spitze daraus die falschen Schlüsse zieht und noch weniger als bisher für eine konsequente Aufarbeitung des Betrugs tun wird.

Dafür sprechen jedenfalls die ersten Reaktionen, in denen weiter lediglich von der „Dieselkrise“ die Rede war. Und ein Konzernsprecher war schnell zur Stelle, um zu betonen, dass das Akzeptieren der Buße nicht automatisch ein Schuldeingeständnis bedeute.

Das ist absurd, wenn das Unternehmen fast im gleichen Atemzug betont, sich zu seiner Verantwortung zu bekennen. Will es dies wirklich, gesteht VW endlich die Schuld ein und tritt wegen der Aufsichtspflichtverletzungen auch an die (Ex-)-Führungsriege heran. So aber lacht man sich in der Konzernspitze insgeheim wohl ins Fäustchen, so billig davongekommen zu sein.

Dafür spricht auch, dass der Konzern anstandslos akzeptierte. Zum Vergleich: In den USA kostete der Skandal bisher über 20 Milliarden Euro Strafe. Ein kleines Trostpflaster: Das geringe Bußgeld lässt viel finanziellen Spielraum, um Schadensersatzforderungen von Kunden und Anlegern zu erfüllen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: VW kommt für den Dieselbetrug mit einem Spottpreis davon"

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  • Wir müssen sehr aufpassen, daß die Zeche nicht von den Mitarbeitern gezahlt werden muß. Insofern darf die Firma nicht zu sehr bluten. Die verantwortlichen Topmanager müssen zur Verantwortung gezogen werden. Gerade bei VW - einem extrem hierarchischen Unternehmen - kann ich nicht glauben, daß das Topmanagement "nichts wusste".

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