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Kommentar VW sollte von weiteren Zellfabriken absehen

Mit der eigenen Fertigung von Batteriezellen geht VW ein hohes Risiko ein. Sinnvoller wäre es, in neue Autos und Antriebe zu investieren.
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Auf dem Gelände testet der Autobauer nun die Fertigung eigener Batteriezellen. Quelle: dpa
VW-Werk in Salzgitter

Auf dem Gelände testet der Autobauer nun die Fertigung eigener Batteriezellen.

(Foto: dpa)

In Sachen Batteriezellen geht Volkswagen einen eigenen Weg. Anders als Daimler und BMW haben sich die Wolfsburger dazu entschieden, doch sehr stark selbst in die eigene Fertigung von Batteriezellen zu investieren.

Das ist eine Entscheidung, die mit gehörigem Risiko verbunden ist. Denn nicht umsonst gibt es eine Aufgabenteilung zwischen Autohersteller und -zulieferer. Der Hersteller kümmert sich um Karosse und Motor. Er sorgt dafür, dass aus den vielen Tausend Bauteilen der Zulieferer ein fahrbares Vehikel entsteht. Die Batteriezelle, eigentlich ein Produkt aus der Chemie und damit weit weg vom Auto, ist eine klassische Aufgabe für die Zulieferer.

Volkswagen investiert trotzdem in die Batteriezelle. Dass es dazu gekommen ist und dass in Salzgitter eine eigene Fabrik entsteht, geht auf die Machtkonstellationen beim Wolfsburger Autohersteller zurück. Über die Beteiligung des Landes Niedersachsen ist VW wie kaum ein anderes Unternehmen politisiert.

Land und Arbeitnehmerbank haben massiven Druck auf die Konzernführung ausgeübt, damit VW seine erste eigene Zellfabrik erhält. Wenn die Frage nach Arbeitsplätzen ins Spiel kommt, bilden Landesregierung und Betriebsräte bei Volkswagen eine starke Allianz.

Auch wenn die Zellfabrik nicht besonders viele neue Arbeitsplätze schafft, so sorgt sie doch immerhin für einen gewissen Ausgleich. Mit der Einführung der neuen Elektroautos werden bei VW in der klassischen Fahrzeugproduktion viele Arbeitsplätze verloren gehen, 20 bis 30 Prozent weniger dürften es werden. Das erklärt, warum sich Land und Arbeitnehmer für die Zellproduktion starkgemacht haben.

Viel sinnvoller wäre es allerdings, wenn Volkswagen seine Milliarden in neue Autos und in neue Antriebe investieren würde. Der Konzern sollte die Zellfertigung den Zulieferern überlassen, weil die Kapitalbindung zu groß wird.

Der Bau des Werks in Salzgitter ist nicht mehr zu stoppen – von weiteren Plänen für eigene Batteriezellfertigungen sollte der Konzern aber absehen.

Mehr: Das Führungspersonal von Volkswagen will auch nach einer möglichen Anklage im Amt bleiben. Das Unternehmen stünde dann vor einer Zerreißprobe.

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