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Kommentar Wahnsinn Bitcoin: Wie die Kryptowährung das Klima belastet

An der Wall Street ist die Skepsis gegenüber dem Bitcoin verschwunden. Der Stromverbrauch für seine Produktion ist jedoch immens. Nachhaltig gedacht ist das nicht.
18.05.2021 - 18:50 Uhr Kommentieren
Der Strombedarf des Minings ist inzwischen so gewaltig, dass sie vor allem dort betrieben werden, wo Energie besonders billig ist. Quelle: Reuters
Serverfarmen im russischen Bratsk

Der Strombedarf des Minings ist inzwischen so gewaltig, dass sie vor allem dort betrieben werden, wo Energie besonders billig ist.

(Foto: Reuters)

Sollten die Geschichtsschreiber in einigen Jahrhunderten nach Schlüsselmomenten suchen, an denen sich die Schizophrenie der Menschheit in Sachen Klimaschutz festmachen lässt, dann werden sie vielleicht auf das Jahr 2021 stoßen.

Jenes Jahr, in dem die USA ins Pariser Klimaschutzabkommen zurückkehrten, in dem die EU ihre CO2-Einsparziele verschärfte und das Bundesverfassungsgericht mehr Ehrgeiz beim Kampf gegen die Erderwärmung anordnete. Und in dem sich noch die letzte Bank eine wohlklingende Nachhaltigkeitsstrategie gönnte.

Zugleich werden die Historiker 2021 womöglich als jenes Jahr definieren, in dem sich die Finanzwelt einer neuen globalen Reservewährung verschrieb. Einer Währung, die ihren Wert vor allem aus der enormen Energiemenge herleitet, die zu ihrer Gewinnung erforderlich ist.

Die Rede ist vom Bitcoin. Wall-Street-Institutionen wie Goldman Sachs haben ihre anfängliche Skepsis gegenüber dem Kryptotrend abgelegt, getrieben von Unternehmenskunden und Investoren, die sich den Bitcoin zunehmend als Depotbeimischung wünschen – etwa vergleichbar mit der bisherigen Rolle von Gold.

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    Die mit Abstand wichtigste unter den Kryptowährungen wird in einem Verfahren erzeugt, in dem Serverfarmen extrem komplizierte Rechenaufgaben lösen.

    Der Strom ist mal grün – und mal schmutzig

    Der Strombedarf dieser Serverfarmen ist inzwischen so gewaltig, dass sie vor allem dort betrieben werden, wo Energie besonders billig ist. Im besten Fall in Island mit Strom, der umweltfreundlich aus Erdwärme gewonnen wird. Im schlimmsten Fall in China mit schmutzigem Kohlestrom.

    Grafik

    Es wird also CO2 freigesetzt, um Strom zu erzeugen, der in den Rechenzentren größtenteils wieder in Abwärme umgewandelt wird, die dann in die Atmosphäre strömt. Der Autor eines dystopischen Romans könnte sich keinen größeren Irrsinn ausdenken.

    Manchen Studien zufolge verbraucht die globale Bitcoin-Produktion inzwischen ähnlich viel Strom wie ein Land von der Größe Österreichs oder der Niederlande – Tendenz steigend. Die Krypto-Lobby verweist gerne darauf, dass die Bitcoin-Produktion unbedenklich sei, solange dazu ausschließlich grüner Strom zum Einsatz komme.

    Ökoenergie für wichtigere Zwecke nutzen

    Doch erstens ist das bislang nur bei einer Minderheit der Bitcoin-Farmen der Fall. Zweitens könnte die Ökoenergie ja auch für andere, gesellschaftlich weit wichtigere Zwecke genutzt werden – zum Beispiel durch die Umwandlung in Wasserstoff.

    Für Finanzunternehmen und Investoren, die es mit der Nachhaltigkeit ernst meinen, gibt es nur eine Form von ökologisch akzeptablen Bitcoin-Geschäften: die nicht getätigten. Wie wäre es stattdessen mit einer neuen Kryptowährung, für deren Gewinnung eine enorme Fläche Regenwald gerettet werden muss?

    Mehr: Höherer Energieverbrauch als die Niederlande: Warum der Bitcoin angreifbar ist.

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