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Kommentar Warren Buffett: Das fehlbare Orakel

Bei seinem Investment in Heinz Ketchup hat Warren Buffett offenbar das Glück verlassen. Ist das Orakel von Omaha doch nicht so gut wie alle glauben?
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Der Starinvestor sitzt auf 122 Milliarden Dollar – findet aber keine Anlageobjekte.
Warren Buffett

Der Starinvestor sitzt auf 122 Milliarden Dollar – findet aber keine Anlageobjekte.

Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. So kann man Warren Buffetts Investmentstrategie sehr vereinfacht zusammenfassen. Der Investmentguru aus Omaha im Bundesstaat Nebraska ist ebenso erfolgreich wie bodenständig: Er investiert nur in das, was er versteht. Lange ist er mit dieser Strategie gut gefahren.

Der 88-Jährige mit seiner Vorliebe für Coca-Cola und Junkfood gilt als einer der besten Anleger der Welt. Hätte er nicht zig Milliarden für wohltätige Zwecke weggegeben, wäre er auch der reichste Mann der Welt.

Doch zuletzt hat sein Ansehen einige Kratzer bekommen. Vor allem sein Investment in Kraft Heinz hat ihn Milliarden gekostet. Das Unternehmen hat in diesem Jahr 15 Milliarden Dollar auf den Wert seiner Marken abgeschrieben und vor weiteren Verlusten gewarnt.

Berkshire hält mehr als 25 Prozent der Aktien und ist damit der größte Aktionär des Lebensmittelkonzerns. Insbesondere die Übernahme des Ketchup-Herstellers Heinz war im Nachhinein viel zu teuer. Die Menschen essen heute weniger Junkfood und weniger abgepacktes Essen aus dem Supermarkt. Buffett hat diesen Trend falsch eingeschätzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Buffett die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkannt hat. Auch in Technologiewerte hat er lange nicht investiert, weil er diese nicht verstanden hat. Erst in den vergangenen zwei Jahren hat er bei Unternehmen wie Apple und Amazon aufgestockt. Und das, wie er selbst einräumt, viel zu spät.

Das Orakel von Omaha ist also nicht unfehlbar. Warren Buffett kann sich nicht mehr selbst zum Maßstab aller Dinge nehmen. Nur weil er weiterhin sechs Dosen zuckrige Cola am Tag trinkt und Chips isst, heißt das nicht, dass die Welt um ihn herum genauso tickt.

Zum Glück haben andere Unternehmen, in die er investiert hat, die neuen Trends erkannt. Selbst Coca-Cola wächst mit zuckerarmen Getränken. Buffett ist ein langfristiger Investor. Er kann also hoffen, dass auch Kraft Heinz in den kommenden Jahren seinen Weg in einer sich ändernden Ernährungswelt findet.

Spannend wird es sein, zu sehen, was er mit seinen 122 Milliarden Dollar macht, auf denen seine Berkshire Hathaway Holding derzeit sitzt. Buffett und sein 95-jähriger Vize Charlie Munger sind bekannt dafür, dass sie sich die Bilanzen, die Wettbewerber und das Management der Unternehmen genau anschauen.

Ihre Strategie ist es, immer günstig zu kaufen. Nur sind ihnen derzeit die Kurse zu hoch. Aber man kann davon ausgehen, dass die beiden jede Menge Namen auf dem Zettel haben und nur darauf warten, dass die Preise fallen. Hoffentlich haben sie diesmal Berater zur Hand, die ihnen die neue Welt erklären.

Mehr: So sieht das Portfolio von Warren Buffet aus – von Amazon bis JP Morgan.

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