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Kommentar Warum Anleger nicht zocken sollten

Timing funktioniert bei Aktien nicht. Wie unwahrscheinlich der Erfolg ist, zeigt eine eindrucksvolle Rechnung. Simpler Rat: langfristig anlegen.
17.09.2020 - 19:26 Uhr 2 Kommentare
Ein schwankender Index ist eine Verlockung für Trader. Quelle: AFP
Dax-Chart

Ein schwankender Index ist eine Verlockung für Trader.

(Foto: AFP)

Aktien billig kaufen und teuer verkaufen. Einfacher geht es nicht. Und das tägliche Daten-Stakkato gibt hinreichend Anlass für kurzfristige Neubewertungen: diesen Mittwoch US-Notenbank-News, Donnerstag amerikanische Arbeitsmarktdaten und Firmeneinschätzungen, Freitag US-Verbraucherstimmung.

Aber die Schnell-reich-werden-Formel durch smartes Trading ist eine trügerische. Der kühl denkende Anleger wird erkennen, dass diese Formel nicht funktioniert. Das hat Fondsmanager Sven Lehman von HQ Trust ausgerechnet.

Er nahm sich den Dax vor. Wer vor 55 Jahren die Indexaktien kaufte, der hätte im Schnitt jährlich etwas mehr als sechs Prozent verdient. Kein schlechtes Ergebnis.

Aber jeder der insgesamt 14.524 Handelstage lief anders, auch getrieben von Stimmungen. Die besagten sechs Prozent konnte ein Anleger auch dann machen, wenn er nur an den besten 55 Tagen investiert gewesen wäre. Das verlangt ein Super-Spitzen-Timing.

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    Aber die Kombination aus Super und Spitze ist eine Untertreibung. Denn die Wahrscheinlichkeit, die richtigen 55 Tage mit den höchsten Gewinnen zu erwischen, ist mehr als klein.

    Diese Relation kann man auch anders darstellen. Stellen Sie sich einen Behälter mit einer weißen Kugel und einer unvorstellbaren Zahl mit 157 Ziffern von schwarzen Kugeln vor.

    Nun fasse man mit geschlossenen Augen in den Behälter. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, bei diesem Zufallsgriff die weiße Kugel zu erwischen? Sie ist so groß wie die, 19-mal hintereinander im Lotto sechs Richtige plus Superzahl zu haben. Das überfordert den Intellekt.

    Diese Zahl mit 157 Ziffern bedeutet fast doppelt so viele Kugeln wie geschätzt Atome im Weltall. Diese Unmöglichkeiten illustrieren, wie sinnlos wiederholtes Markt-Timing ist.

    Das belegen auch Alternativrechnungen. Wer immer nur an den Tagen vor den 55 Toptagen investiert gewesen wäre, der hätte jedes Jahr im Schnitt über ein Prozent verloren.

    Die beste Anlagestrategie zur Vermögensbildung ist deshalb verblüffend einfach. Sie kommt so simpel daher, dass es einem anspruchsvolleren Geist bereits peinlich sein mag, es nur auszusprechen: Kaufen und liegen lassen.

    Langeweile lohnt langfristig. Lieber im nüchternen Zustand verlässliche Erträge einstreichen, als wie ein Verrückter herumzuzocken.

    Mehr: Es gibt eine Alternative zur Strategie des Kaufens und Haltens

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Warum Anleger nicht zocken sollten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Coloro che desiderano "giocare" dovrebbero recarsi a Las Vegas. Un investitore deve comportarsi come un INDUSTRIALE e non come un COMMERCIANTE.
      Distinti saluti.

    • Das ist mathematisch völliger Quatsch. Es sind ja nicht nur die 55 besten Tage gute Tage um long positioniert zu sein. Zudem sind sog. Day Trader ja gerne auch short positioniert. Die Wahrscheinlichkeit an zufällig an genau diesen long positioniert zu sein sagt genau gar nichts aus. Das ist eine völlig beliebige Zahl.

      Wenn dem Leser von kurzfristigem Trading abgeraten werden sollte, wäre vielleicht ein Statistik schön gewesen, wie viel Prozent der kurzfristigen Investoren Verluste machen. Das sind nämlich tatsächlich die meisten.

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