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Kommentar Warum Berater-Bashing falsch ist

Die Berater in Deutschland sind oft unbeliebt und haben einen schlechten Ruf – zu Unrecht: Die Berater von Roland Berger und Co helfen Unternehmen oft wieder auf die Beine zu kommen.
20.10.2012 - 12:32 Uhr 13 Kommentare
Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben. Quelle: dpa

Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben.

(Foto: dpa)

Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die so unbeliebt ist wie die Zunft der Berater. Besserwisser sind schon in der Schule verhasst. Die hochbezahlte, alerte Rollkoffer-Fraktion im feinen Zwirn ist ein allseits beliebtes Feindbild. Bestseller wie "Beraten und verkauft" oder "Die große Abzocke" befeuern das Berater-Bashing. Besonders McKinsey muss herhalten für Klischees über Berater, die Firmen gnadenlos auf Effizienz und Rentabilität trimmen. Im Theaterstück "McKinsey kommt" von Rolf Hochhut etwa treten Consultants nicht einmal auf. Allein ihre Ankündigung ist Synonym für drohende Entlassungen. Leider wird oft vergessen, dass Berater viele Firmen und damit Jobs retten.

Sie grundsätzlich zu verdammen ist ungerechtfertigt. Berater polarisieren. Sie sind eine lohnende Investition, sagen die einen. Der Blick von außen ist wichtig. Nur Externe können Schwachstellen schonungslos offenlegen. Viele Manager stricken nach altbewährten Erfolgsmustern, obwohl selbst Ikonen wie Nokia schnell abstürzen können. Die meisten Firmen haben keine Kapazitäten, um eine Strategiewende fix auf den Weg zu bringen. Die eigenen Manager haben zwar auch gute Ideen. Die sind häufig aber nur durchsetzbar, wenn Externe sie bestätigen.

Oft genug müssen Berater als Sündenböcke für den Ärger bei Entlassungen herhalten. Berater sind eine überflüssige Investition, sagen die anderen. "Wenn man ein Unternehmen zerstören will, muss man nur versuchen, es mit externen Beratern in Ordnung zu bringen", sagte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech einmal. Aber auch VW beschäftigt Consultants von außen.

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    13 Kommentare zu "Kommentar: Warum Berater-Bashing falsch ist"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @DerBernd:
      Sie haben absolut recht. Aus meiner eigenen bruflichen Tätigkeit als Berater für mittelständische Unternehmen kann ich nur bestätigen, dass die besten Berater immer schon als Beschäftigte in den Unternehmen aktiv sind. Da auch wir Unternehmensberater "nur mit Wasser kochen", kann es keine allgemein gültigen Standardlösungen geben. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Wissensstand, aber vor allem auch seine eigene Kultur, die nur bestimmte Veränderungen und Wege dorthin zulässt. Meist geht es auch nicht darum, Lösungen zu finden, sondern viel mehr darum, Umsetzungsstrategien für bereits im Unternehmen bekannte Lösungsansätze zu erarbeiten und dann tatkräftig bei der Umsetzung zu helfen. Nicht fehlendes Wissen ist das Problem, sondern fehlende Ressourcen, da in kleinen und mittelständischen Betrieben alle Mitarbeiter vollständig durch das Tagesgeschäft ausgelastet sind. Hier ist die Kreativität und vor allem Erfahrung von Beratern gefragt, um Schritt für Schritt die Ressourcen für die Umsetzung von Veränderungen möglich zu machen und diese vor Ort zu begleiten. Theoretische Ausarbeitungen, wie sie oftmals von Beratern geliefert werden, helfen da in der Regel nicht.

    • Richtig. Mein ehemaliger Brötchengeber, die Allianz, hat McKinsey ran gelassen. Mittlerweile macht man die Rückstrukturierung der Umstrukturierung. Der Vorstand hat schon zugeben müssen, dass es falsch war. Ein Offenbarungseid.

    • "Unternehmensberater sind wie Eunuchen. Sie wissen's wie man's macht." (frei nach VPispers)

    • Unternehmensberater
      genau so ist es

    • Die besten Berater sind immer die eigenen Mitarbeiter. Wenn Unternehmensberater 'echt' agieren, fragen sie auch genau die! Ansonsten stülpen sie einer Firma immer eine Standardvorgehensweis über, was nicht wirklich intelligent ist. Kreativ sind Managementberater - kaum.

      Wenn ein Metzger nicht weiß, wie man Wurst macht oder einer Sau ein Kotelett aus den Rippen schneidet, dann wird er entlassen. Ein Manager läßt sich helfen und gibt auch noch die Verantwortung für Entscheidungen ab. Das ist ein sehr fragwürdiges Verfahren. Beratern mit speziellem technischen Fachwissen sind anders zu bewerten.

    • Dünnschiss ist noch untertrieben. Ich habe bisher keine kompetenten Berater erlebt. Bis auf ein paar schöne Powerpointpräsentationen und "ihr solltet", "ihr müsstet", "eventuell", "könnte", "hätte", "würde" und sonstige weichen nichts sagenden Phrasen, habe ich nichts von diesen Flachpfeifen gesehen und gehört. Geldverschwendung!
      Im jetzigen Unternehmen müssen alle Beraterengagements von der Geschäftsleitung genehmiget werden. Es hat sich rumgesprochen, dass diese Kinder keine Ahnung haben und nur verdammt viel Geld kosten.

    • und Berater Bashing ist zu 100% richtig, solange es die großen Kinderlandverschicker mit angeschlossenen Hobbyschauspieltruppen betrifft !!
      im Gegensatz zur Autorin kann ich bei dem Thema mitreden, ich war nämlich selbst einige Jahre bei einer der ganz großen Beratungen und durfte live erleben, welchen Dünnschiss die sogenannten HPs (Jungbubis und Jungmädels) absondern

    • oh ja, gerade die Berater von Roland Berger haben viele Arbeitsplätze gerettet.
      so einen Scheiss kann nur jemand schreiben, der Nullkommanull Ahnung hat.
      Die Restrukturierer von Roland Berger haben halb Ossiland auf dem Gewissen.

    • Zur Lektüre sehr zu empfehlen: "Beraten und verkauft" von Thomas Leif, mit sehr interessanten und aufschlussreichen Insiderberichten aus der Beraterszene. Seitdem habe ich jeden Respekt vor sog. "Strategieberatern" verloren. Jede Krankenschwester, jede Erzieherin und jeder Straßenfeger leistet für unsere Gesellschaft einen höheren Dienst als diese Typen...

    • Ich kann mich den Worten von Pyjama-Mann nur anschließen, denn:
      Ich, selbst als Berater von mittelständischen Unternehmern, erlebe leider allzu oft, dass sogenannte Berater - man muss wissen, dass diese Berufsbezeichnung immer noch nicht hinreichend geschützt ist - außer Kosten nichts in den zu beratenden Unternehmen hinterlassen haben. Gerade mittelständischen Unternehmen fehlen oft einfach die Ressourcen um "wunderschöne, aber leider oftmals nur theoretische Konzepte aus der wohlfeilen Papierform ins tägliche Geschäft zu übertragen. Gerade hier unterscheidet sich die Welt der Großkonzerne eklatant von der bodenständigen, mittelständischen Realität. Oft genug bekomme ich von meinen Kunden zu hören, dass sie tatkräftige Hilfe und Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, für die sie auch gerne bereit sind zu bezahlen. Doch genau hieran hapert es bei den großen Beratungshäusern.

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