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Kommentar Warum Cloud-Anbieter ihre Probleme selbst lösen müssen

Die Regierung alleine kann die Probleme deutscher Cloud-Anbieter nicht lösen. Deswegen sollten diese in Zukunft selber mit hohem Datenschutz punkten.
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Deutsche Firmen können weder beim Preis noch bei der Leistung bei Datendiensten wie der Cloud von Apple mithalten.
iCloud von Apple

Deutsche Firmen können weder beim Preis noch bei der Leistung bei Datendiensten wie der Cloud von Apple mithalten.

Wenn nichts mehr hilft, rufen deutsche Firmen gerne nach dem Staat. Das Projekt einer europäischen Lösung für Cloud-Dienste ist so ein Beispiel. Seit vielen Jahren gelingt es deutschen und europäischen Anbietern kaum, sich gegen die US-Giganten wie Microsoft, Google und Amazon zu behaupten.

Weder beim Preis noch bei der Leistung können deutsche Firmen bei den Datendiensten mithalten. Jetzt plant Wirtschaftsminister Peter Altmaier unter dem Namen Gaia-X eine staatlich gestützte Antwort. Das Projekt geht aber nicht in die richtige Richtung.

Es ist falsch zu glauben, dass die Regierung Probleme der Firmen einfach lösen könnte. Die Herausforderung liegt an ganz anderer Stelle. Drei von vier Firmen gaben in einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom an, dass es ihnen wichtig ist, dass ihre Daten in Deutschland gespeichert werden. Datenschutz spielt für sie eine große Rolle.

Gleichzeitig wollen immer mehr Firmen von den Vorteilen der Cloud-Dienste profitieren. Die Wachstumschancen sind also groß. Aber das nutzt vor allem den US-Konzernen. Offenbar läuft etwas falsch.

Cloud-Anbieter machen es sich zu einfach, wenn sie die Schuld auf ihre Kunden oder den Staat schieben. Es ist nicht so, dass kein Unternehmen bereit wäre, für Datenschutz „made in Germany“ zu bezahlen. Die Herausforderung ist jedoch, gute Lösungen mit einem hohen Umfang an Funktionen und gleichzeitig hohem Datenschutz anzubieten. Genau daran kranken viele Angebote deutscher Cloud-Dienste.

Eine staatlich gestützte Cloud ist keine Antwort. Die Impulse müssen aus der Industrie kommen. Die IT-Konzerne müssen selbst zeigen, dass sie in der Lage sind, Lösungen anzubieten, die auch wirklich gut auf Anforderungen deutscher Kunden zugeschnitten sind.

Selbst Unternehmen wie der Deutschen Telekom oder 1&1 Ionos wird es schwerfallen, Google, Microsoft oder Amazon offen bei Preis oder Funktionsumfang herauszufordern. Aber die Firmen betonen immer wieder, sie würden ihre Kunden genau kennen. Wenn das stimmt, müssten sie in der Lage sein, vernünftige Nischenlösungen anzubieten, die etwa deutsche Mittelständler den Produkten von Microsoft und Co. vorziehen. Das geschieht schon, aber noch nicht genug.

Microsoft sortiert sein Cloud-Geschäft nun neu und will jetzt auch Kunden in Deutschland anbieten, ihre Daten auf Servern in Deutschland zu speichern. Das sollte ein Warnsignal an die heimischen Anbieter sein. Sie müssen noch besser werden. Sonst werden US-Konzerne künftig auch noch versuchen, ihnen das Verkaufsargument „Datenschutz made in Germany“ streitig zu machen. Was hilft, ist nicht mehr Staat, sondern einfach bessere Produkte.

Mehr: Nextcloud hat Großaufträge in Frankreich, Schweden und den Niederlanden gewonnen. Datenhoheit zieht für den Gründer als Argument gegen Google und Amazon.

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