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Kommentar Warum der Preiskampf der US-Broker gefährlich ist

Mit der Übernahme TD Ameritrades durch Charles Schwab entsteht ein neuer, riesiger Onlinebroker. Die neue Marktmacht darf nicht zum Nachteil für die Kunden werden.
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Charles Schwab übernimmt seinen Konkurrenten TD Ameritrade für 26 Milliarden Dollar. Quelle: AP
TD-Ameritade-Schriftzug

Charles Schwab übernimmt seinen Konkurrenten TD Ameritrade für 26 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)

Als das kalifornische Fintech Robinhood vor sechs Jahren startete, war die Mission klar: den Markt der etablierten Onlinebroker aufmischen. Die großen Spieler waren schließlich mit ihren Gebühren und Kommissionen zu teuer und zu aufwendig für junge Leute. Robinhood dagegen machte den Aktienhandel zum ersten Mal überhaupt kostenlos und via App leicht verständlich.

Robinhood zählt heute in den USA mehr als sechs Millionen Nutzer und bereitet den Markteintritt in Großbritannien vor. Angangs wurde die Firma belächelt. Doch das hat sich gründlich geändert, längst nehmen die großen Spieler den Angreifer aus dem Silicon Valley ernst. So ernst, dass Charles Schwab, TD Ameritrade, Fidelity und E-Trade im Oktober auch ihre Gebühren abschafften.

Der anhaltende Preiskampf führte am Ende jedoch nicht zu mehr, sondern zu weniger Wettbewerb. Branchenführer Charles Schwab übernimmt den Konkurrenten TD Ameritrade. Damit entsteht ein neuer Gigant – die Folge wird mehr Konsolidierung und eine noch stärkere Konzentration des Marktes sein.

Der Drang nach Größe ist verständlich. Das schafft Synergien, spart Kosten – das Geschäftsmodell im Zeitalter von Nullgebühren funktioniert vor allem über die Kundenzahl. Die Art und Weise, wie Anleger ihr Geld investieren, hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich geändert. Zwar haben alle Broker von dem anhaltenden Bullenmarkt nach der Finanzkrise profitiert, der junge und alte Anleger zurück an die Börse gebracht hat. Doch der Trend geht nicht nur zum kostenlosen Handel. Er geht auch weg von einzelnen Aktien.

Börsengehandelte Indexfonds locken mit niedrigen Gebühren. Sogenannte Robo-Advisor legen das Geld der Kunden je nach gewünschtem Alters- und Risikoprofil automatisch in solchen Fonds an. Große Broker müssen ihren Kunden also deutlich mehr bieten und das zu deutlich niedrigeren Kosten.

Für die Kunden ist das positiv – zunächst einmal. Der zweite Blick fällt etwas differenzierter aus. Denn je stärker die Konsolidierung, desto konzentrierter die Marktmacht, und desto weniger Alternativen bieten sich den Investoren am Ende. Der Zusammenschluss von Schwab und TD Ameritrade, falls er von den Wettbewerbsbehörden durchgewunken wird, hat auch Auswirkungen auf Kunden anderer Broker.

Die beiden Anbieter sind auch wichtige Dienstleister für unabhängige Finanzberater, sie halten die Papiere für deren Kunden, führen Käufe und Verkäufe aus und übernehmen administrative Aufgaben. Zudem bedeutet mehr Marktmacht meist auch weniger Innovation. Dann würden die Kunden am Ende trotz Nullgebühren dennoch draufzahlen.

Mehr: Die ewige Wall Street – So sehr profitieren Fondsanleger von US-Aktien.

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