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Kommentar Warum die Dax-Überlegenheit kein Grund zum Jubeln ist

Der Dax hat andere europäische Börsen klar abgehängt. Das liegt aber nicht an der besonderen Stärke des Indizes, sondern an der Schwäche der anderen.
14.09.2020 - 12:42 Uhr Kommentieren
Aktien: Warum die Überlegenheit des Dax kein Grund zur Freude ist Quelle: Bloomberg
Blick auf die Dax-Tafel

Seit Mitte März hat der Dax mehr als 57 Prozent an Wert gewonnen.

(Foto: Bloomberg)

Die Entwicklung der deutschen Aktien ist beeindruckend. Der Dax hat seit dem Tief Mitte März mehr als 57 Prozent an Wert gewonnen. Damit liegt er zwar gerade mal auf dem Niveau vom Jahresanfang, weil er während des Corona-Crashs an den Börsen in der Spitze fast 40 Prozent verloren hat. Aber: Die anschließende Börsenrally fiel in Deutschland stärker aus als in anderen Ländern.

Das heißt: Der Dax hat sich viel schneller erholt als die Indizes in anderen europäischen Ländern. Das gilt wohlgemerkt auch dann, wenn man die Indizes „korrekt“ vergleicht, also auch bei den anderen Indizes die Dividendenauszahlungen berücksichtigt, wie es der Dax als Performance-Index macht.

Inklusive der Ausschüttungen an die Aktionäre erholten sich die Leitindizes für zum Beispiel die französische und die italienische Börse seit dem März-Tief nur um etwa ein Drittel, in Portugal sind es bloß 23, in Spanien sogar nur 13 Prozent. Auch die Erholung der britischen Aktien lässt mit einem Anstieg von nur gut einem Fünftel seit Mitte März zu wünschen übrig.

Dass der Dax die Nase vorn hat, liegt aber weniger an der Stärke der hiesigen Wirtschaft und ihrer Unternehmen als an der Schwäche der anderen. So leidet die britische Börse unter dem Damoklesschwert des unregulierten Brexits. Deutschen Unternehmen machen die neuen Brexit-Sorgen dagegen nur wenig zu schaffen. Großbritanniens Anteil an den Umsätzen der meisten Dax-Unternehmen liegt jedenfalls unter zehn Prozent, und viele Unternehmen sind auf einen harten EU-Austritt vorbereitet.

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    In Frankreich und Spanien verunsichern Investoren die wieder deutlich steigenden der Zahlen der Corona-Neuinfektionen. Dazu kommt: Die Wirtschaft gerade in den europäischen Südländern wie Spanien, Italien oder Portugal ist deutlich stärker von der gebeutelten Tourismusindustrie abhängig als Deutschland.

    Es gibt zwar auch Faktoren, die direkt für Deutschland und den Dax sprechen. So profitiert er mit seinen vielen exportorientierten Unternehmen davon, dass sich die chinesische Wirtschaft schon wieder deutlich im Aufschwung befindet. Schließlich ist die Volksrepublik nach den USA und Frankreich für deutsche Unternehmen der wichtigste Exportmarkt.

    Trotzdem ist die Dax-Überlegenheit kein Grund zum Jubeln. Für den Dax gilt wie auch für andere Indizes: Er ist der wirtschaftlichen Entwicklung weit vorausgelaufen. Zwischenzeitliche Rückschläge sind sehr wahrscheinlich. Und unter dem Strich sollte sich der Index in der nächsten Zeit nur noch seitwärts entwickeln.

    Mehr: Welche Aktie ist der nächste Dax-Aufsteiger?

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