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Kommentar Warum die Gewinne von Volksbanken und Sparkassen riskant sind

Genossenschaftsbanken und Sparkassen hängen die Großbanken problemlos ab. Doch das hat seinen Preis: Die Strategie funktioniert nicht ewig.
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Die Genossen kommen im umkämpften Markt offenbar gut zurecht – doch das Geschäftsmodell ist kurzfristig ausgelegt. Quelle: dpa
Volksbanken

Die Genossen kommen im umkämpften Markt offenbar gut zurecht – doch das Geschäftsmodell ist kurzfristig ausgelegt.

(Foto: dpa)

Der Vergleich hinkt. Aber wenn man die Gewinne der 875 heimischen Volksbanken und der 384 Sparkassen neben die Ergebnisse der Frankfurter Großbanken hält, zeigt sich ein klares Leistungsgefälle.

Im vergangenen Jahr verdienten die Genossen unter dem Strich 2,2 Milliarden Euro, genauso viel wie die Sparkassen. Commerzbank und Deutsche Bank schafften dagegen nicht einmal den Sprung über die Milliardenschwelle.

Wie kann das sein? Gilt der Wettbewerb auf dem deutschen Bankenmarkt nicht als brutal? Leiden Sparkassen und Genossen nicht genauso unter der Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank wie die großen Frankfurter Geldhäuser?

Die Antwort auf diese Frage hat zwei Teile. Der erste: Sparkassen und Genossenschaftsbanken verfügen grundsätzlich über ein Geschäftsmodell, das derzeit funktioniert. Derzeit, weil über kurz oder lang die Digitalisierung zum Problem für die regional verankerten Geldhäuser werden könnte.

Der zweite Teil der Antwort lautet: Sowohl Sparkassen als auch Genossenschaftsbanken fahren eine Strategie, die sich kurzfristig auszahlen mag, aber langfristige Gefahren birgt. Beide Bankenlager haben 2018 deutlich mehr Kredite vergeben.

Bei den Genossen lag das Plus bei rund sechs Prozent, bei den Sparkassen bei vier Prozent. Mehr Masse soll also helfen, die Probleme, die durch die chronischen Minizinsen entstehen, abzufedern.

Diese Strategie funktioniert allerdings nur, solange die deutsche Konjunktur läuft. Nun mehren sich allerdings die schlechten Omen für die heimische Wirtschaft. Rutscht Deutschland in die Rezession, werden auch die derzeit historisch niedrigen Kreditausfälle wieder anziehen.

Normalerweise laufen die faulen Kredite der Konjunktur mit einem gewissen zeitlichen Abstand hinterher. Es wird also noch ein bisschen dauern, bis sich zeigen wird, ob sich Sparkassen und Genossen nicht die Probleme der Zukunft in ihre Bilanzen holen.

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