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Kommentar Warum die Übernahme des Grünen Punkts durch Remondis scheitern musste

Remondis hatte versucht, die Verpackungsmüll-Agentur Duales System Deutschland zu übernehmen. Das hätte sich der Abfallriese sparen können.
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Eine Freigabe der Fusion von Remondis und DSD hätte ziemlich sicher für steigende Preise beim Verpackungsrecycling geführt. Quelle: dpa
Verpackungsmüll

Eine Freigabe der Fusion von Remondis und DSD hätte ziemlich sicher für steigende Preise beim Verpackungsrecycling geführt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEnde September 2018 griff Abfall-Marktführer Remondis nach Deutschlands mächtigster Verpackungsmüll-Agentur, dem Dualen System Deutschland (DSD). Und alle Welt fragte sich: Hat der Recyclingkönig aus dem westfälischen Lünen den Sinn für das Machbare verloren? Spätestens seit gestern wissen wir die Antwort. Er hat.

Nach zweijähriger Kaufverhandlung, vorauseilenden Konsultationen mit dem Bundeskartellamt in Bonn, einer angekündigten Untersagung Mitte April und weiteren Nachbesserungsversuchen steht so gut wie fest: Eine Fusion wird es nicht geben.

Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, hätte es den zähen Behördenweg nicht wirklich gebraucht. Bis 2003 zählte die Remondis-Mutter Rethmann nicht nur zu den Großkunden, sondern auch zu den Großaktionären des DSD – was dem 1991 gegründeten Grüne-Punkt-System fast das Aus brachte.

Ein millionenschweres Bußgeld wegen Wettbewerbsbehinderung konnten beide Firmen vor Gericht gerade noch abwenden. Unter der Drohung aus Brüssel, das DSD zu verbieten, schied Rethmann aber schließlich aus dem Gesellschafterkreis aus.

Zwar hat das DSD seither seine Monopolstellung verloren und Wettbewerber wie Interseroh oder Belland-Vision zulassen müssen, was die Lage leicht entschärft. Mit einem Anteil von 40 bis 60 Prozent in einzelnen Abfallfraktionen besitzt es aber immer noch eine marktbeherrschende Stellung.

Eine Freigabe der Fusion hätte ziemlich sicher für steigende Preise beim Verpackungsrecycling geführt – wenn auch durch eine komplizierte Verkettung. So hätte Remondis seine Entsorgungsleistungen für DSD-Rivalen wie Interseroh oder Belland verteuern können, um große Verpackungskunden wie Henkel oder Aldi zu dem dann günstigeren DSD zu lotsen.

Die übrigen Entsorgungsfirmen hätten womöglich mitgespielt, um ihre Verträge mit dem DSD nicht zu verlieren. Die Folge: Am Ende des Verdrängungswettbewerbs wäre der Grüne Punkt teurer geworden.

Mehr: Remondis darf den einstigen Marktführer DSD nicht übernehmen. Das liegt an möglichen Wettbewerbsvorteilen – und höheren Entsorgungspreisen.

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