Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Warum eine weitere Zinssenkung in der Euro-Zone unwahrscheinlich ist

Einige Ökonomen rechnen damit, dass die EZB im kommenden Jahr weiter die Zinsen senkt. Allerdings gibt es mehrere Gründe, die dagegen sprechen.
2 Kommentare
Die neue EZB-Chefin ist bisher stark auf Konsens im EZB-Rat bedacht, das könnte weitere Zinslockerung verhindern. Quelle: Bloomberg
Christine Lagarde

Die neue EZB-Chefin ist bisher stark auf Konsens im EZB-Rat bedacht, das könnte weitere Zinslockerung verhindern.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt In ihren Ausblicken für 2020 gehen noch immer erstaunlich viele Ökonomen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr die Zinsen weiter senkt.

Dagegen spricht, dass der im Euroraum entscheidende Einlagenzins mit minus 0,5 Prozent bereits extrem niedrig ist. Selbst Notenbanker räumen inzwischen ein, dass sich die Wirtschaft durch eine weitere Senkung kaum noch stimulieren lässt. Gleichzeitig nimmt die Angst vor den negativen Auswirkungen auf die Banken zu.

Zudem ist die EZB bislang meistens so vorgegangen, dass sie verschiedene Mittel zu einem größeren Paket verknüpft hat. Zuletzt im September, als sie nicht nur die Zinsen senkte, sondern auch Anleihekäufe beschloss und die Konditionen ihrer Langfristkredite an Banken gelockert hat.

Die Logik dahinter: Sie geht davon aus, dass sich die Mittel gegenseitig ergänzen und daher in der Summe stärker wirken als einzeln. Genau dieselbe Argumentation lässt sich auch künftig anführen. Wenn die EZB handelt, dann eher mit einer Kombination verschiedener Maßnahmen.

Um ein größeres Paket zu rechtfertigen, müsste sich die Wirtschaft aber deutlich schlechter entwickeln. Danach sieht es momentan nicht aus. Im Gegenteil: Zuletzt deuteten die Stimmungsindikatoren eher auf eine Stabilisierung hin.

Gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik spricht nicht zuletzt, dass die neue EZB-Chefin Christine Lagarde sehr stark auf Konsens bedacht ist. Jeder weitere Lockerungsschritt wäre im Rat höchst umstritten, so wie es bereits die Entscheidung im September war.

Lagarde wird daher nur dann handeln, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum noch einmal deutlich verschlechtern. All das spricht dafür, dass die EZB im kommenden Jahr die Zinsen nicht antastet.

Mit diesen Instrumenten bestimmt die EZB die Geldpolitik in Europa

Mehr: Die Notenbank wird unter ihrer neuen Präsidentin Lagarde ihre Strategie prüfen. Dabei geht es auch um den Anstieg der Wohnkosten, der vielen Sorgen bereitet.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Warum eine weitere Zinssenkung in der Euro-Zone unwahrscheinlich ist

2 Kommentare zu "Kommentar: Warum eine weitere Zinssenkung in der Euro-Zone unwahrscheinlich ist"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • An einer weiteren Lockerung kommt Frau Lagarde nicht vorbei. Ehrlichkeit ist angesagt. Die Zinsen werden auf absehbare Zeit nicht steigen. Die deutschen Sparfüchse sollten diese Tatsache akzeptieren.

  • Wem sollte eine weitere Lockerung noch nutzen?Wahrscheinlich nur den Staaten, die weiterhin ihre Hausaufgaben nicht machen? Beim Anleihekauf wird wahrscheinlich mangels Klasse auch Minderwertiges gekauft. In früheren Zeiten hatte man bereits Anleihen vbon Steinhoff gekauft. -Ob sich dieser Konzern jemals erholen wird?