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Kommentar Was den Kreml zum gefragten Partner von Diktatoren und Despoten in Afrika macht

Mit zweifelhaften Methoden sichert sich Russland als größter Waffenexporteur in Syrien und weiten Teilen Afrikas seine Rückkehr auf die Weltbühne.
24.10.2019 - 15:18 Uhr Kommentieren
Es sind nicht nur die offiziellen Lieferungen von Kampfjets, Panzern und Kalaschnikows, die den Kreml zum gefragten Partner gerade von Diktatoren und Despoten in Afrika machen. Quelle: dpa
Erster Afrika-Russland-Gipfel

Es sind nicht nur die offiziellen Lieferungen von Kampfjets, Panzern und Kalaschnikows, die den Kreml zum gefragten Partner gerade von Diktatoren und Despoten in Afrika machen.

(Foto: dpa)

Als weltweit zweitgrößter Weizenexporteur nach der Ukraine ist Russland in Afrika ein gern gesehener Partner. Kremlchef Wladimir Putin streicht die stark steigenden Lieferungen von Lebensmitteln und anderen zivilen Gütern auf dem ersten Gipfeltreffen mit mehr als 40 afrikanischen Staats- und Regierungschefs in dieser Woche mächtig heraus.

Doch Russland ist kein Wohltäter. Das Land ist vor allem der größte Waffenexporteur nach Afrika. 19 Militärabkommen mit afrikanischen Staaten hat Moskau allein in den vergangenen vier Jahren geschlossen.

Es sind aber nicht nur die offiziellen Lieferungen von Kampfjets, Panzern und Kalaschnikows, die den Kreml zum gefragten Partner gerade von Diktatoren und Despoten in Afrika machen. Vor allem sind es die privaten russischen Söldnerheere, die mit Kampfeinsätzen, Militärberatern sowie mit politischer Einmischung und der Manipulation lokaler Wahlen zweifelhaften Herrschern ihr Amt gesichert oder erst beschert haben.

Bezahlt haben die afrikanischen Regierungen mit lukrativen Schürf- und Förderrechten für Öl, Gold und Platin, Diamanten und andere Rohstoffe sowie mit Staatsaufträgen an russische Konzerne etwa für den Bau von Atomkraftwerken.

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    Die zweifelhaften Politberater aus Moskau nutzen ihre Expertise bei Wahlfälschungen und Einschüchterungen von Wählern, bei Fake-News-Kampagnen und Medienmanipulationen in der Heimat. Russland bereitet ihnen dort ein Spiel- und Experimentierfeld par excellence.

    Rückkehr Putins auf geopolitische Bühne

    Hinter der Wagner-Söldnertruppe, die aktuell auch im Norden Syriens für Diktator Baschar al-Assad die letzten aufständischen Gebiete zurückerobert, steht Jewgeni Prigoschin, ein langjähriger Vertrauter des russischen Präsidenten, der von US-Sonderermittler Robert Mueller angeklagt ist wegen der Einmischung in die US-Wahlen 2016 zugunsten Donald Trumps.

    Es ist eine kuriose Gemengelage, in der sich Russland auf die Weltbühne zurückgekämpft hat. Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wandten sich afrikanische Verbündete reihenweise von Moskau ab. 2013 wurde die letzte russische Militärbasis in Syrien fast geschlossen und damit Russlands Abschied als einstmals wichtige Macht im Nahen Osten eingeleitet.

    Mit dem Kampf in Syrien an der Seite des Machthabers Assad und mit Moskaus zweifelhaftem Wirken in Afrika sendet Putin das Zeichen aus, fest an der Seite seiner Partner zu stehen – in Zeiten, in denen sich US-Präsident Donald Trump wankelmütig und unberechenbar in der Außenpolitik präsentiert wie zuletzt in Syrien. Dem Kreml hat dieses Engagement mit zweifelhaften Methoden die Rückkehr zu enormer geopolitischer Bedeutung ermöglicht.

    Mehr: In Sotschi wirbt Wladimir Putin um die Staatslenker Afrikas. Russland braucht neue Absatzmärkte – und scheut auch nicht davor zurück, eine dubiose Söldnertruppe einzusetzen.

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