Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Was hinter dem überraschenden Plädoyer von Vonovia-Chef Buch steckt

Ein freies Spiel der Kräfte auf dem Wohnungsmarkt sei nicht die richtige Lösung, sagt Rolf Buch. Damit zeigt sich der Vonovia-Chef erfrischend unideologisch.
1 Kommentar
Kühler Rechner. Quelle: dpa
Vonovia-Chef Rolf Buch

Kühler Rechner.

(Foto: dpa)

Rolf Buch, Chef der Vonovia und damit des größten deutschen Wohnungsunternehmens, findet überraschende Worte: Wohnen sei ein Grundbedürfnis und gehöre deshalb reguliert, sagt er. Ein freies Spiel der Kräfte auf dem Wohnungsmarkt sei „sicher nicht die richtige Lösung“. Ist Buch deshalb ein Linker? Ein Anhänger der aktuellen Berliner Wohnungspolitik und des dort vom rot-roten Senat geplanten Mietendeckels? Beileibe nicht.

Der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns denkt wohl nur erfrischend unideologisch – und ist ein kühler Rechner. Offenbar hat sich erwiesen, dass viele der staatlichen Vorgaben den Markt, auf dem Vonovia sein Geld verdient, eher stützen als behindern.

Zielen sie doch auch auf die Klientel ab, die für Vonovia die Wichtigste ist: Mieter mit niedrigen oder bestenfalls mittleren Einkommen. Langfristig kalkulierbare und tragbare Mieten für diese Kundschaft sind daher ganz im Sinne eines Konzerns, dessen Geschäftsmodell wesentlich auf nachhaltig sicheren Mieteinnahmen beruht.

Aber Rolf Buch prangert zu Recht zwei Schwachpunkte der aktuellen Regulierungsversuche an. Erstens: Ein gesetzlich festgeschriebener Mietendeckel, wie ihn der Berliner Senat plant, wird sein Ziel verfehlen. Der Vonovia-Chef hat recht, wenn er mutmaßt, dass ein Mietenstopp vor allem Haushalten mit auskömmlichen Einkommen nützen wird. Sie wären solvent genug, um sich bei kaum steigender Mietbelastung größere Wohnungen leisten zu können. Sozial Schwache würden so wieder zu Verlierern.

Mindestens so wichtig ist Buchs zweiter Punkt: Jede noch so nützliche Regulierung ist nur so gut wie die Kontrollen, die sie flankieren. Und da liegt in der Tat einiges im Argen: Verstöße gegen die bereits geltende Mietpreisbremse etwa werden viel zu selten geahndet.

Schlupflöcher gibt es genug: von absurd hohen Abstandszahlungen bis zu überteuerten Stellplatzmieten. Diesen „Schwarzmarkt“, wie Buch ihn nennt, zu bekämpfen, würde in der Tat allen Mietern nützen. Ganz unideologisch.

Mehr: Ein Mietendeckel wird das Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen, sagt Rolf Buch. Mit seiner Meinung zu Regulierung überrascht der Vonovia-CEO aber.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Was hinter dem überraschenden Plädoyer von Vonovia-Chef Buch steckt

1 Kommentar zu "Kommentar: Was hinter dem überraschenden Plädoyer von Vonovia-Chef Buch steckt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Kein Wunder, dass sich Vonovia-Chef Buch für Regulierung ausspricht. Nach den bisherigen Erfahrungen nutzt sie nur den großen Playern auf dem Markt. Während jede neue Vorschrift für kleine Vermieter, die vielleicht ein oder zwei Mehrfamilienhäuser haben, eine zusätzliche Belastung darstellt, schultert Vonovia das mit einer ausgebauten Rechtsabteilungen ganz locker. Als Laie ist man heute kaum noch in der Lage, formgerecht eine Mieterhöhung durchzusetzen, die Konzerne haben die dazu nötigen Formschreiben und Daten auf Lager.

Serviceangebote