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Kommentar Wegducken ist bei China-Investments keine angemessene Strategie

Geldverwalter werben für Investments im autokratischen China. Aber welche Rolle spielen ethische Grundsätze? Das müssen Anleger selber entscheiden.
14.09.2020 - 20:14 Uhr Kommentieren
Der chinesische Staatschef regiert mit seltener Machtfülle. Quelle: dpa
Xi Jinping

Der chinesische Staatschef regiert mit seltener Machtfülle.

(Foto: dpa)

Frankfurt Demokratie und Freiheit sind nicht verhandelbar. Aber spielt das fundamentale Wertegerüst eine Rolle bei Geldanlagen? Diese Frage stellt sich gerade bei den Themen China-Investments und Nachhaltigkeit. 

Jede Finanzadresse will inzwischen nachhaltig investieren. Gleichzeitig schwärmen viele Geldverwalter von den Anlagechancen im Reich der Mitte. Es ist die ganz große langfristige Wachstumsstory. Sie hat einen Haken: Der chinesische Präsident Xi Jinping übt praktisch uneingeschränkte Macht aus. Das chinesische System von Kontrolle, Überwachung und Unterdrückung hat mit unseren Werten nichts zu tun. 

Werden Geldverwalter darauf angesprochen, weichen sie dem heiklen Thema gern aus. Das ist falsch. Sie sollten offen mit der eigenen Werbung für Anlagen in einem Land umgehen, das Menschenrechte mit Füßen tritt. Wegducken ist keine Strategie.

Zugegeben, es sind schwierige Fragen. Bisher konzentriert sich die Nachhaltigkeitsdiskussion bei Aktienanlagen auf das Klimathema. Soziale Fragen werden zwar einbezogen. Doch dann richtet sich der Blick auf das Verhalten der Firmen gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Die Staatsorganisation spielt hier kaum eine Rolle. Immerhin fragen manche Geldverwalter nach dem Staatseinfluss auf die einzelnen Unternehmen.

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    Das Thema ist komplex und vielschichtig. Es erscheint ungeeignet für Vereinfachungen. Eine binäre Entscheidung für ein „Ja“ oder „Nein“ ist wenig zielführend, insbesondere eine pauschale Abwendung von China. Das gilt ausdrücklich für die Realwirtschaft angesichts der wichtigen Handelsströme, der starken Verflechtungen durch Direktinvestitionen und der Aktivitäten vor Ort. 

    Für die kommenden Jahre ist ein noch schärferer Systemwettbewerb zwischen demokratischen und autokratischen Systemen absehbar. Die Frage zur Nachhaltigkeit autoritärer Regime wird damit immer drängender. Es gibt Diskussionsbedarf auf dem Feld.

    Ein Glück, dass Anleger ihre Entscheidungen nach eigener Überzeugung treffen können. Sie können die Kriterien ihrer Geldverwalter bei der Investmentauswahl prüfen. Sie können sogar radikal sein und die große Börsenstory China ignorieren, wenn sie privat entscheiden: Demokratie und Freiheit sind nicht verhandelbar.

    Mehr: Chinas Aktien gelten als gute Anlage, aber ethische Fragen sorgen für Konflikte.

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