Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Weniger Kleinwagen, mehr Rendite – die neue Daimler-Strategie ergibt Sinn

Durch die Elektrifizierung kann Mercedes auf mäßig profitable Kleinwagen verzichten. Der Konzern braucht sie nicht mehr zur CO2-Kompensation.
06.10.2020 - 20:18 Uhr 1 Kommentar
Vorstandschef Källenius setzt alle Baureihen unter Strom und spart drastisch. Zugleich fokussiert er Mercedes wieder auf Luxusfahrzeuge. Quelle: Bloomberg
Produktion der S-Klasse in Sindelfingen

Vorstandschef Källenius setzt alle Baureihen unter Strom und spart drastisch. Zugleich fokussiert er Mercedes wieder auf Luxusfahrzeuge.

(Foto: Bloomberg)

Keine Frage: Daimler hat ein eklatantes CO2-Problem. Kein anderer deutscher Autobauer weist eine derart dreckige Klimabilanz in Europa aus. Noch immer pustet die Mercedes-Flotte im Schnitt 117 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in die Luft und liegt damit um 15 Gramm über dem Umweltzielwert, den die EU dem Autobauer für dieses Jahr vorgegeben hat.

Die hohen CO2-Werte sind ein Armutszeugnis für die Stuttgarter und der unangenehme Beweis, dass Mercedes den Start ins Elektrozeitalter völlig verschlafen hat. Allen voran Langzeitchef Dieter Zetsche ist für diese Misere verantwortlich. Sein Nachfolger Ola Källenius müht sich nun seit mehr als eineinhalb Jahren, bei Daimler die Elektrowende hinzukriegen und die dümpelnde Marge der Schwaben nach oben zu bringen.

Dafür setzt Källenius alle Baureihen unter Strom und spart drastisch. Zugleich fokussiert er Mercedes wieder auf Luxusfahrzeuge. Der Absatz von Maybach, einer Submarke für besonders wohlhabende Kunden, soll beispielsweise binnen der nächsten Jahre verdoppelt werden. Im Gegenzug komprimiert die Marke mit dem Stern ihr Angebot bei Kompaktwagen von aktuell acht auf künftig fünf Modelle.

Das ergibt ökonomisch Sinn. Schließlich ist der Wettbewerb in den unteren Fahrzeugsegmenten äußerst intensiv und das Margenpotenzial entsprechend gering. Unter der Ära von Dieter Zetsche wurde der Absatz von Klein- und Mittelklasseautos noch forciert. Einige Kompaktmodelle dienten dabei aufgrund ihres vergleichsweise geringen Gewichts auch dazu, die hohen CO2-Werte der schweren SUVs im Flottenschnitt wieder ein wenig nach unten zu drücken.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Da Mercedes aber künftig ohnehin jedes neue Modell auch rein elektrisch anbieten wird – und damit zumindest auf dem Papier die Flotte ergrünen lässt –, kann der Konzern problemlos einige mäßig profitable Kompaktwagen allmählich aus dem Portfolio nehmen. Daimler benötigt Fabrikate wie die B-Klasse schlichtweg nicht mehr zur CO2-Kompensation. Ola Källenius ist mit seinem Ansatz – weniger Kleinwagen, mehr Rendite – prinzipiell auf dem richtigen Weg.

    Auch der Plan, eine neue Autoklasse zu etablieren, indem SUV und Limousine gekreuzt werden, dürfte bei vielen Kunden in Asien gut ankommen. Eine Sport Utility Limousine ist zwar sicher nicht so windschnittig wie eine herkömmliche Limousine, aber als Auto auch nicht verwerflich. Ökologisch geradezu aberwitzig ist dagegen die Idee, ein 2,5 Tonnen schweres Ungetüm wie die G-Klasse zu elektrifizieren. Diesen Plan sollte Källenius noch einmal überdenken.

    Mehr: Ola Källenius verspricht Investoren eine zweistellige Mercedes-Marge

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Weniger Kleinwagen, mehr Rendite – die neue Daimler-Strategie ergibt Sinn
    1 Kommentar zu "Kommentar: Weniger Kleinwagen, mehr Rendite – die neue Daimler-Strategie ergibt Sinn"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 10 % kurzfristig als Renditeziel auszurufen macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Es ist sogar hoch gefährlich. Im Moment befindet sich die Automobilindustrie in der schwersten Krise seit ihrer Existenz. Sie muss die Transformation zur Elektromobilität schaffen und gleichzeitig übergangsweise an ihrem bisherigen Geschäftsmodell festhalten. Das ist ein großer Spagat. Dieser Spagat verlangt hohe persönliche und wirtschaftliche Anstrengung. Man sieht allenthalben das auch mit viel Geld die Entwicklung von konkurrenzfähigen Elektroautos mit der entsprechenden zeitgemäßen Software schwierig und zeitaufwendig, was letztlich teuer bedeutet, ist. Wer solch hohe Renditeziele hat wird dazu neigen an den langfristigen Zielen, nämlich der Entwicklung der Software und der Batterie- und Antriebstechnik zu sparen, das kurzfristige Ziel zu erreichen.
      Sinnvoll wäre es, wenn Daimler seine Aktionäre auf 3-4 Jahre ohne Gewinn eingestimmt hätte um als Erster und Bester aus diesem Transformationsprozess herauszukommen.

      Wohl dem Autohersteller der Aktionäre hat, die kurzfristig keinen Gewinn, sondern nur Wachstum und die technische Führungsrolle erwarten.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%