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Kommentar Wenn die „Deutsche Commerz“ scheitert, steht Olaf Scholz als Schuldiger bereits fest

Die Union hält sich mit Kommentaren zu einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank auffällig zurück. Das hat System in der Großen Koalition.
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Die Großbanken kündigten am Sonntag offizielle Fusionsgespräche an. Quelle: dpa
Deutsche Bank und Commerzbank

Die Großbanken kündigten am Sonntag offizielle Fusionsgespräche an.

(Foto: dpa)

Auf der Berliner Bühne geht hinter den Kulissen bereits das Schwarze-Peter-Spiel los. Die CDU-Vertreter der Bundesregierung halten sich auffällig mit Kommentaren zu den Fusionsgesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank zurück. Kanzleramtsminister Helge Braun und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußern sich mehr als schwammig zu einer „Deutschen Commerz“.

Bundesfinanzminister und SPD-Mann Olaf Scholz macht dagegen den möglichen Zusammenschluss zu einem „nationalen Champion“ zu seinem Projekt. Das Kanzleramt war offensichtlich nicht der Impulsgeber, das Tempo bei den beiden Kreditinstituten zu erhöhen – und will es auch nicht sein.

In der letzten Großen Koalition wurde die Arbeitsteilung zwischen Union und SPD von führenden Genossen wie folgt beschrieben: CDU und CSU liegen auf dem Sonnendeck, und die SPD schuftet im Maschinenraum. Nie wieder sollte das so sein, lautete der Schwur bei der Neuauflage der GroKo in der SPD.

Blame Game in Berlin

Anscheinend soll das aber so weitergehen. Die Gewerkschaften, die den Abbau Zehntausender Arbeitsplätze befürchten, haben bereits erbitterten Widerstand angekündigt. Nur, wer muss solche Konsequenzen den Bürgern erklären? Die Union wird auf die SPD und speziell Bundesfinanzminister Scholz verweisen. Kein Wunder, dass die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland schon unruhig wird.

Am Ende könnte es wie schon so oft zwischen Union und SPD laufen. Klappt die Fusion einigermaßen reibungslos, werden die Kanzlerin und die Union alles versuchen, um den Erfolg für sich zu reklamieren. Ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen, muss es auch eine abgestimmte Linie der Bundesregierung geben, und die legt zum Schluss die Kanzlerin fest.

Scheitert das Projekt, sitzt der Schuldige im Bundesfinanzministerium, und der heißt Olaf Scholz. Das Blame Game auf den Fluren der Berliner Politik ist bereits im vollen Gang.

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