Kommentar Wenn Investoren in ein Unternehmen eingreifen, kann das gut sein

Treiben aktivistische Hedgefonds Veränderungen voran, kann das einem Unternehmen guttun. Rein opportunistische Deals dagegen braucht niemand.
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Aktivistische Hedgefonds-Investoren können Unternehmen nicht nur schaden, sondern auch voranbringen. Quelle: Reuters
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Aktivistische Hedgefonds-Investoren können Unternehmen nicht nur schaden, sondern auch voranbringen.

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FrankfurtDer Finanzchef des Mischkonzerns Siemens, Ralf Thomas, ist sich sicher, dass es aktivistische Investoren gibt, die den Konzern genau im Visier haben. Recht hat er. Heutzutage kann sich kein Unternehmen, auch kein milliardenschwerer Großkonzern vor den Hedgefonds sicher fühlen.

Ließen sich die Aktivisten Elliott, Third Point und Co. vor Jahren noch von der für die Angelsachsen ungewohnten Form der deutschen Unternehmen mit Aufsichtsrat und Vorstand, der Arbeitnehmer-Mitbestimmung und überhaupt der gesamten Struktur bei der guten Unternehmensführung abschrecken, so ist das heute Geschichte.

Die Hedgefonds haben dazugelernt und nutzen inzwischen auch in Europa ihre gesamte Klaviatur. Anfangs griffen sie vor allem in Übernahmeprozessen ein und versuchten, über den Kauf von Aktien und Optionen möglichst viel Geld herauszuschlagen wie Elliott im Fall des Pharmaherstellers Stada.

Für einen saftigen Kursaufschlag sind sie bereit, dem Übernehmer die nötigen Aktien zum Erreichen der qualifizierten Mehrheit von 75 Prozent für die Hauptversammlung zu geben. Die einen nennen das Erpressung, andere sprechen von einer bitteren Pille, die Übernehmer zu schlucken bereit sind, um etwa einen Gewinnabführungsvertrag beschließen zu können.

Das sind jedoch rein opportunistische Deals, die kein Mensch braucht.

Anders sieht es aus, wenn die Hedgefonds versuchen, Veränderungen in Unternehmen voranzutreiben. Deren Vorstände sperren sich oftmals zu Beginn. Meist versuchen die Aktivisten, das Management in Gesprächen zum Handeln zu bewegen.

Stoßen sie auf taube Ohren, nutzen sie die Kraft der Öffentlichkeit. Dieser Weg wird immer öfter beschritten. Häufig unterstützen andere Investoren die Aktivisten.

Die Strategie hat jetzt Elliott im Fall des Anlagenbauers Gea eingeschlagen, wo er die schnellere Ablösung des Vorstands fordert, damit der Umbau vorangeht. Hier – und nur hier – schaffen Aktivisten Werte und sind als Investor zu begrüßen.

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