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Kommentar Wenn Männer das gleiche Ausfallrisiko wie Frauen bergen, kann Chancengleichheit gelingen

Der Softwarekonzern SAP hat eine Schutzzeit für Väter eingerichtet. Solch eine Offerte kann Chancengleichheit für Frauen und Männer schaffen.
16.12.2019 - 16:12 Uhr Kommentieren
SAP bietet Vätern unter seinen mehr als 20.000 deutschen Mitarbeitern an, nach der Geburt eines Kindes erst mal weniger zu arbeiten und trotzdem das volle Gehalt zu beziehen. Quelle: dpa
Vater in Elternzeit

SAP bietet Vätern unter seinen mehr als 20.000 deutschen Mitarbeitern an, nach der Geburt eines Kindes erst mal weniger zu arbeiten und trotzdem das volle Gehalt zu beziehen.

(Foto: dpa)

SAP führt die Väterschutzzeit ein: Wer für den Softwarekonzern in Deutschland arbeitet und Vater wird, darf dort künftig für sechs Wochen ohne Gehaltseinbußen seine Arbeitszeit um 20 Prozent reduzieren. Damit will Personalchef Cawa Younosi explizit Väter unterstützen und ihnen „entspannt und in Ruhe mehr Zeit als gewöhnlich mit der Familie“ ermöglichen.

Das zeigt im besten Sinne, wie eine ganzheitliche, familienfreundliche Arbeitswelt aussehen kann. Denn ohne Väterfreundlichkeit gibt es keine Chancengleichheit für Frauen und Männer im Beruf.

Das mag paradox klingen. Aber wer kennt sie nicht, die (durchaus auch weiblichen) Vorgesetzten oder Personaler, die zumindest hinter vorgehaltener Hand sagen: „Frauen um die 30 stelle ich lieber nicht ein“?

Abgesehen von der fragwürdigen Moral und Geisteshaltung, die hinter solch einer Aussage steckt – in Zeiten, wo die Wirtschaft den Wert einer vielfältigen Belegschaft erkannt hat, wo Unternehmen um Fachkräfte und Nachwuchstalente buhlen, müsste sie obsolet sein.

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    Aber sie ist es nicht. Sie steckt in vielen Hinterköpfen fest wie Stahl im Beton und untermauert so die unsägliche Geschichte von Frauen, die gut ausgebildet sind, aber bei der Familiengründung Angst haben vor dem Karriereknick. Die auch mal lieber nicht befördert werden und die mehr als ihre Kollegen um Aufstieg und Führungspositionen kämpfen müssen – und im Schnitt für die gleiche Arbeit auch noch schlechter bezahlt werden.

    Engagierte Konzerne versuchen, diese verquaste Struktur aufzubrechen: durch Förderprogramme und Anreize für Frauen, mithilfe von Führungskräftetrainings und farbenfrohen Diversity-Grundsätzen. Das alles ist richtig und wichtig. Aber das alles nutzt nichts, wenn die Männer, insbesondere die Väter, nicht mitmachen – zu Hause wie im Büro. Denn wir alle funktionieren als ein System.

    Solange Männer, ohne zu zögern, in Lücken springen, die Frauen hinterlassen, gibt es keine Notwendigkeit, sich nachhaltig mit der Vereinbarkeit von Familienleben und Berufswelt zu befassen. Solange Frauen wesentlich länger aussetzen nach der Familiengründung als Väter, werden auf den ersten Blick immer die männlichen Talente um die 30 betriebswirtschaftlich attraktiver erscheinen als die Konkurrentinnen.

    Wenn junge Männer dasselbe „Ausfallrisiko“ bergen wie junge Frauen, hat Chancengleichheit eine Erfolgsaussicht. Die Offerte von SAP ist dazu ein Anreiz. Väter, die sie annehmen, Männer, die Teilzeit arbeiten oder eine längere Elternzeit nehmen, tun nicht nur etwas für sich selbst und ihr Familienleben. Sie können damit auch die Sichtweise auf ihre Frauen und Kolleginnen in der Arbeitswelt ändern. Also: Traut euch, Männer!

    Mehr: SAP hat sich zum Ziel gesetzt, besser zu verdienen und die Aktionäre daran zu beteiligen. Die Kunden sollen nicht darunter leiden.

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