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Kommentar Wenn man Diversität wirklich will, bekommt man sie auch

Goldman Sachs setzt sich ehrgeizige Ziele, um Frauen und Minderheiten zu fördern. Das ist längst überfällig und wirkt sich hoffentlich auf andere Institute aus.
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Der Vorstoß der Bank müsste sich jetzt nur noch auf den Rest der Finanzbranche auswirken. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Goldman Sachs

Der Vorstoß der Bank müsste sich jetzt nur noch auf den Rest der Finanzbranche auswirken.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

David Solomon ist für seine ehrgeizigen Ziele bekannt. Der Vorstandschef von Goldman Sachs, der die Bank seit Oktober führt, will nicht nur neue Geschäftsfelder aufbauen und bewährte Bereiche straffen. Er will auch endlich für mehr Diversität in dem 150 Jahre alten Wall-Street-Haus sorgen, das noch nie von einer Frau geführt wurde und in dem weiße Männer seit Jahrzehnten alle wichtigen Führungspositionen innehaben. Auch sein Vorgänger Lloyd Blankfein hatte das schon lange im Visier.

Solomon jedoch wählt eine aggressivere Strategie, die Anerkennung verdient. Er setzt der Bank hohe und konkret messbare Ziele. Die Hälfte aller neu angestellten Analysten und Associates sollen Frauen sein, elf Prozent sollen schwarz sein, 14 Prozent Latinos, kündete die Bank am Montag an. Somit setzt sich Solomon klar ab von den Lippenbekenntnissen der Vergangenheit. Mit klar messbaren Zielen signalisiert Goldman seinen Mitarbeitern und Aktionären, wo die Bank heute steht und wo sie hin will.

Es ist auch der richtige Weg, um Topmanager und die Personalabteilung in die Verantwortung zu nehmen. Dass die Strategie aufgeht, hat Goldman bereits gezeigt: Schon im vergangenen Jahr hatte die Bank erklärt, dass die Hälfte aller Analysten, die direkt von der Uni kommen, bis 2021 weiblich sein sollen. Goldman sei hier schon fast am Ziel, deutlich vor der intern gesetzten Frist.

Doch der Goldman-Chef weiß, dass er das Diversity-Problem nicht nur durch Neueinstellungen lösen kann. Er startete ein Programm, um Frauen verstärkt für den Aktien- und Anleihehandel zu gewinnen – einen Bereich, in dem der Männeranteil klassischerweise besonders hoch ist. Mit einer Art Probejahr sollen Goldman-Mitarbeiterinnen die Arbeit auf den Handelsfluren ausprobieren können. Wenn es ihnen nicht gefällt, können sie ohne Nachteile auf ihre alte Stelle zurück.

Ob die Aktion Erfolg hat, muss sich zeigen. Doch es ist erfrischend, zu sehen, dass sich Goldman traut, Dinge auszuprobieren. Das sollte eine wichtige Signalwirkung haben für die vielen anderen Institute der Finanzwelt, die dem Thema immer noch zu halbherzig begegnen.

Der ultimative Test für Solomons Strategie steht jedoch noch aus. Denn es ist vergleichsweise einfach, Diversität in Einstiegspositionen zu erzielen. Das ist zwar gut, um die Pipeline zu füllen. Doch gerade wenn es um Führungsaufgaben geht, wird es – auch bei Goldman Sachsschnell überproportional männlich und weiß.

Als es darum ging, einen Nachfolger für Blankfein zu finden, musste die Bank einräumen, dass es schlicht keine Frau gab, die vom Rang her qualifiziert genug für den Chefposten des Wall-Street-Hauses wäre. Erst wenn sich das ändert, ist Solomon wirklich am Ziel.

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