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Biene

„Rettet die Bienen!“ lautet das Motto des Volksbegehrens.

(Foto: dpa)

Kommentar Wer Bienen retten will, muss teurere Lebensmittel akzeptieren

Das Volksbegehren in Bayern zeigt, wie wichtig das Thema Umwelt den Menschen ist. Der Bienenaktionismus hat es aber ökonomisch in sich.
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Es klang anfangs ein bisschen nach Waldorf-Kindergarten und Mittelstufen-Bio-AG: „Rettet die Bienen!“ lautet das Motto des Volksbegehrens, mit dem Naturschützer in Bayern nun einen sensationellen Erfolg feiern. Mehr als eine Million Menschen haben wohl unterschrieben. Am Donnerstag wird das offizielle Ergebnis veröffentlicht.

Klar ist schon jetzt: Gewonnen hat natürlich nicht die bedrohte Biene. Aber die ist in ihrer honigsüßen Nettigkeit ja auch nur ein wunderbares Indiz – in diesem Fall für die wachsende Sensibilisierung der Bürgergesellschaft, aber auch für die PR-Professionalität der Ökobranche.

Das muss man ja erst mal hinkriegen, Natur- und Tierschützer, Kirchen, Gewerkschaften und vor allem ganz viele Durchschnitts-Bayern zur Abstimmung in die Rathäuser zu locken. Die Aktion zeigt eben auch, wie wichtig das Thema Umwelt und Klimawandel den Menschen mittlerweile ist. Zu Recht.

Ein runder Tisch verspricht keine Lösung

Andererseits hat es der bayerische Bienenaktionismus auch ökonomisch in sich: Zum Beispiel müssten laut Volksbegehren zehn Prozent des Grünlands in Bayern zu Blühwiesen umgewidmet werden. Ökologische Landwirtschaft soll per Gesetz massiv ausgebaut, der Einsatz von Pestiziden stark zurückgefahren werden.

Das kostet alles viel Geld, weshalb Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nun das macht, was alerte Politiker in solchen Fällen gern tun: einen runden Tisch einberufen. Das verspricht keine Lösung, aber Zeitgewinn.

Söder sitzt nicht nur die industrielle Landwirtschaft im Nacken. Und man muss dem CSU-Mann zugutehalten: Die debattierten Probleme gehen selbst über die Macht eines bayerischen Ministerpräsidenten weit hinaus.

Andererseits: Warum nicht mal anfangen? Das gilt übrigens auch für die bayerischen Bienenfreunde und uns alle in unserer Rolle als Consumer Citizen: Wer die Biene retten will und die Natur drum herum, muss bereit sein, künftig deutlich mehr für seine Lebensmittel zu bezahlen. Auch die Rettung der Welt hat ihren Preis. Billig wird’s nicht.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Wer Bienen retten will, muss teurere Lebensmittel akzeptieren"

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  • Billig wird's nicht? Noch weniger billig wird's wenn die Insekten nicht mehr ihrer Aufgabe in der Natur nachkommen! Daher ist der höhere Preis gleichzeitig die WERTschätzung einer nachhaltigen langfristigen Landwirtschaft. In der 60iger und 70iger Jahren hat man +/- 30% seines Gehalts für Nahrungsmittel ausgegeben. Aktuell liegt der Prozentsatz bei 12-14%. Ich denke, da ist es legitim wieder mehr zu bezahlen, damit es Landwirten (nicht nur Agrarfabriken) das Überleben sichert und uns gesunde Böden, Grundwasser, Artenvielfalt und Lebensmittel beschert.