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Kommentar Wer von KI profitieren will, muss seine Daten teilen

Bei KI-Innovationen geht es auch um Größenvorteile. Dazu müssen in Deutschland vor allem Mittelständler umdenken – und auch einander vertrauen.
08.09.2020 - 19:06 Uhr Kommentieren
Für Innovationen rund um Künstliche Intelligenz braucht es nicht nur Vertrauen in die Technik, sondern auch in die Geschäftspartner. Quelle: dpa
Technologischer Fortschritt

Für Innovationen rund um Künstliche Intelligenz braucht es nicht nur Vertrauen in die Technik, sondern auch in die Geschäftspartner.

(Foto: dpa)

Eigentlich hat Deutschland alles, was ein führender Standort für Künstliche Intelligenz künftig braucht: weltmarktführende Maschinenbauer mit großen Mengen an Industriedaten, exzellente Forschungseinrichtungen, eine steigende Anzahl an Informatikabsolventen und Gründer, die datenbasierte Geschäftsmodelle im Industriesektor aufbauen wollen.

Nun zeigt sich aber, dass ein unabdingbarer Faktor fehlt: das Vertrauen. Und das ist keinesfalls so trivial, wie es klingt. Es ist ein völlig neuer Gedanke, an den sich die betroffenen Unternehmer gewöhnen müssen.

Bei der Künstlichen Intelligenz spricht man häufig von selbstlernenden Maschinen. Sie sollen aus Daten ablesen, welches Verfahren in einer bestimmten Situation wahrscheinlich das beste ist, es anwenden und sich stets selbst justieren. Doch solche komplexen Maschinen kann man nicht einfach kaufen. Und man baut sie nicht nebenbei.

Das produzierende Gewerbe sollte deshalb Gründer in seine Werke lassen, die sich auf datenbasierte Geschäftsmodelle verstehen und sich auf das Training von Software und Maschinen konzentrieren können. Was einfach klingt, birgt das erste Vertrauensproblem.

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    Die erste Digitalisierungswelle hat gelehrt: Mit ihren Daten geben Menschen und Unternehmen oft Kontrolle ab. Das Reise- und Hotelgewerbe etwa ist heute teilweise abhängig von digitalen Plattformen. Da will die Industrie schlauer sein. Natürlich hat sie kein Interesse daran, dass neue Zulieferer erst mit ihren Daten Geschäftsmodelle entwickeln, um ihnen später dann die Preise zu diktieren. Doch nicht zu kooperieren ist der falsche Schluss.

    Vertrauen zwischen Wettbewerbern

    Das Gleiche gilt für Wettbewerber. Hier tut sich das zweite Vertrauensproblem auf, das für manche noch schwerer wiegt. Es widerspricht dem Selbstverständnis des Mittelständlers, sein Wissen mit der Konkurrenz zu teilen.

    Deutschlands Stärke darf aber nicht zur Schwäche werden. Ein Mittelständler allein kann keine Größenvorteile generieren, die für die KI so wichtig sind. Selbstlernende Maschinen brauchen oft Datenmengen, die ein Unternehmen allein nicht hat.

    Innovationen in der KI brauchen Vertrauen – zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups, zwischen Wettbewerbern im Mittelstand. Die Politik könnte hier mit Standardverträgen helfen, die regeln, wer was mit den Daten machen darf – und Fehlern vorbeugen. Es geht aber auch mit Selbstvertrauen und selbstbestimmten Verträgen. Wer erkannt hat, dass seine Daten wertvoll sind, sollte zusehen, dass er daraus etwas macht. Nur wer Daten teilt, kann auch Wertschöpfung teilen.

    Mehr: Deutschland im KI-Check – Thema verfehlt

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