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Kommentar Wer Wandel in Russland will, muss jetzt in die Ukraine investieren

Wider Erwarten reformiert der junge ukrainische Präsident sein Land – mit Signalwirkung. Denn auch in Russland werden so Reformen wahrscheinlicher.
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Bis vor wenigen Monaten war er noch Entertainer. Doch als Präsident lässt Selenski es an Ernsthaftigkeit nicht missen. Quelle: dpa
Wolodimir Selenski

Bis vor wenigen Monaten war er noch Entertainer. Doch als Präsident lässt Selenski es an Ernsthaftigkeit nicht missen.

(Foto: dpa)

Für seinen jüngsten Erfolg hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski einen hohen Preis bezahlt: Um 35 seit Jahren in Russland inhaftierte Landsleute zurück in die Heimat zu holen, musste er am Wochenende bei einem Gefangenenaustausch auch den russischen Luftabwehrspezialisten Wladimir Zemach gehen lassen. Es handelt sich dabei um den Mann, der mit pro-russischen Rebellen im Donbass das malaysische Flugzeug MH17 über der Ostukraine abgeschossen haben soll.

Selenski brauchte schnell einen außenpolitischen Erfolg – seiner eigenen Ansicht nach. Dabei hat der Ende April mit 73 Prozent der Stimmen so deutlich wie nie zuvor in 28 Jahren Unabhängigkeit gewählte jüngste Präsident der Ukraine ohnehin einen Lauf: Die Wirtschaft wächst mit 4,6 Prozent, kaum dass er ins Amt kam, deutlich schneller als erwartet. Der jahrelang immer wieder verschobene Anti-Korruptions-Gerichtshof hat gerade seine Arbeit aufgenommen. Bei der Parlamentswahl konnte seine Partei Diener des Volkes erstmals in der post-sowjetischen Geschichte eine absolute Mehrheit holen.

Der 41-Jährige, vor seiner Wahl ein populärer TV-Komiker, wurde anfangs in eine Schublade mit Populisten gepackt: Demagogisch wie Beppe Grillo von Italiens Fünf-Sterne-Bewegung, politisch infam wie Boris Johnson in England und sprunghaft wie Donald Trump. Aber mit seinen Taten hat er bewiesen, dass all das nicht stimmt. Sondern, dass er entschlossen sein Land reformiert und in die richtige Richtung führt.

Dabei ist ihm Erfolg zu wünschen. Denn es geht nicht nur darum, die mit der EU ökonomisch assoziierte Ukraine auf Wirtschaftswachstum und auf den Ausbau der Demokratie zu trimmen. Vielmehr strahlt die Ukraine als zweitgrößter Nachfolgestaat der UdSSR weit in den post-sowjetischen Raum hinein.

Wenn Reformen in der Ukraine erfolgreich sind, werden sie endlich auch in Russland unabdingbar. Deshalb gilt: Wer etwas für den demokratischen und marktwirtschaftlichen Wandel in Russland tun will, muss jetzt zuerst in der Ukraine investieren. Denn wenn der Wandel dort gelingt, wird das positive Folgen auch für Russland haben.

Mehr: Der Selenski-Effekt sorgt in der Ukraine für ein kleines Wirtschaftswunder

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