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Kommentar Wer wird Kanzlerkandidat? – Die CDU hat die Qual der Wahl

Die Junge Union will die Basis über die nächste Kanzlerkandidatur befragen. Das bringt Unruhe. Aber es zeigt auch: Immerhin gibt es gute Kandidaten.
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Der Aachener könnte Kramp-Karrenbauers größter Konkurrent um die Kanzlerkandidatur werden. Quelle: dpa
Armin Laschet

Der Aachener könnte Kramp-Karrenbauers größter Konkurrent um die Kanzlerkandidatur werden.

(Foto: dpa)

Angesichts der Pech- und Pannenserie von Annegret Kramp-Karrenbauer fragten sich in den vergangenen Wochen immer mehr in der CDU, warum man ausgerechnet sie im Dezember in Hamburg zur Parteichefin gewählt hatte. Eine Antwort darauf gab Kramp-Karrenbauer nun beim Deutschlandtag der Jungen Union in Saarbrücken.

Dort hielt die CDU-Chefin eine starke Rede, die auch bei dem ihr eher kritisch gesinnten Parteinachwuchs gut ankam. Auch in Hamburg war es ihr überzeugender Auftritt gewesen, mit dem sie sich gegen ihren Rivalen Friedrich Merz durchgesetzt hatte.

Doch von diesen Qualitäten Kramp-Karrenbauers war in den vergangenen Monaten wenig zu spüren. Ein Fehler reihte sich an den nächsten, in den Beliebtheitsrankings wurde sie nach hinten durchgereicht. Kurz nach Hamburg schien ihr die Kanzlerkandidatur sicher, doch schon lange ist die Frage, wer für die Union antreten soll, wieder offen.

Das hat nicht zuletzt die Junge Union am Wochenende deutlich gemacht, als sie einem Antrag zustimmte, der einen Mitgliederentscheid von CDU und CSU vorsieht. Damit stellte sie sich gegen Kramp-Karrenbauer, die darauf besteht, dass sie als Parteichefin das Vorschlagsrecht hat. Nun wird sich der CDU-Parteitag damit beschäftigen.

Eine Urwahl ist der Versuch, Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin zu verhindern und dem in Hamburg unterlegenen Merz eine zweite Chance zu verschaffen. Merz wurde bei der Jungen Union wie ein Popstar gefeiert, mehr noch als Jens Spahn, der in den vergangenen Jahren der Liebling der JU war. Doch Spahn fällt als Gesundheitsminister nun mehr durch fleißige Sacharbeit auf und weniger durch markige Worte.

Beim Deutschlandtag der JU zeigt sich besonders deutlich ein Phänomen, das in vielen Parteien zu beobachten ist: Bei der Basis kommen solche Politiker besonders gut an, die sehr klar und kompromisslos die Parteilinie vertreten. Genau jene haben es dann aber schwer, über die Kernklientel hinweg Wähler zu gewinnen. Die Skepsis gegen eine Urwahl ist in der Unionsspitze deshalb groß.

Insofern könnte Kramp-Karrenbauers größter Konkurrent um die Kanzlerkandidatur am Ende nicht Merz (und noch nicht Spahn) werden, sondern ein CDU-Politiker, der beim Deutschlandtag einen eher staatstragenden Auftritt hinlegte: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet.

Auch wenn die offene Frage der Kanzlerkandidatur parteiintern Unruhe erzeugt, hält das JU-Treffen doch eine für die Union beruhigende Erkenntnis bereit: Einen Mangel an potenziellen Kandidaten gibt es nicht.

Mehr: Rundumschlag bei der JU: Jens Spahn nennt die Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion totalitär. Markus Söder sieht die AfD auf dem Weg, „die wahre NPD“ zu werden.

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