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Kommentar Weshalb die Bafin den Bogen bei Insurtechs nicht überspannen darf

Die Finanzaufsicht fordert von jungen Versicherern in der Aufbauphase mehr Eigenmittel. Start-ups brauchen aber Möglichkeiten, um sich auszuprobieren.
23.01.2021 - 11:57 Uhr Kommentieren
Die Finanzaufsicht erschwert die Zulassung von Insurtechs. Quelle: dpa
Bafin in Frankfurt

Die Finanzaufsicht erschwert die Zulassung von Insurtechs.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es ist ein Schritt, der die Insurtech-Szene verändern könnte. Die Finanzaufsicht Bafin macht jungen Versicherern strengere Vorgaben: Nach ihren Erfahrungen haben die Start-ups in der Aufbauphase oft zu wenig Geld eingeplant. Künftige Neugründungen sollen daher schon am Tag des Zulassungsantrags voll ausfinanziert sein.

Die Finanzaufsicht zieht damit die Stellschrauben an. Offenbar will sie gerade angesichts der Coronakrise deutlich machen, dass sie Insurtechs, wie Versicherungs-Start-ups auch genannt werden, keinen Rabatt beim Kundenschutz einräumt.

Aus Verbrauchersicht ist das richtig: Für sie sollte es keine Rolle spielen, ob sie sich bei einem etablierten Versicherungskonzern oder einem innovativen Digitalunternehmen versichern. Versicherte müssen darauf vertrauen können, dass sie bei einem Versicherer mit Bafin-Lizenz gut aufgehoben sind.

Dennoch muss die Bafin aufpassen, dass sie mit den strengeren Vorgaben nicht überzieht. Gründer brauchen die Möglichkeit, in gewissem Rahmen ausprobieren zu können, wie ihr Geschäft funktioniert. Dazu gehört auch, dass Geschäftspläne angepasst werden müssen und sich nicht jede Prognose realisieren lässt.

Mehrere Finanzierungsrunden sind heute üblich

Fraglich ist auch, ob die Risikokapitalgeber überhaupt bereit wären, schon in einer frühen Phase sehr viel mehr Geld als bisher in ein junges Unternehmen zu investieren. Dazu wäre ein Umdenken nötig. Üblich ist heute, dass Start-ups in relativ kurzen Zeitabständen nach dem Erreichen bestimmter Meilensteine wieder frisches Geld einsammeln können.

In den vergangenen Jahren hat sich so in Deutschland eine rege Insurtech-Szene entwickelt. Neben den digitalen Versicherern mit Bafin-Lizenz gibt es auch zahlreiche Start-ups ohne Bafin-Zulassung, die als Dienstleister für die Versicherungsbranche technische Lösungen anbieten.

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Für die etablierten Versicherungskonzerne sind diese jungen Firmen nicht nur Konkurrenten, sondern auch Kooperationspartner.

Manchmal werden die Start-ups von den Großen zwar noch belächelt. Doch zweifelsohne bringen sie Schwung in die Digitalisierung der oft noch so analogen Versicherungswelt.

Künftige Neugründungen sollten sich durch zu strenge Anforderungen an die Eigenmittelausstattung daher nicht gezwungen sehen, ins Ausland abzuwandern, nur weil dort die Regeln möglicherweise weniger streng sind. Bereits heute sind Insurtechs in Deutschland tätig, die in einem anderen europäischen Land lizenziert sind. Treibt die Bafin mehr junge Gründer ins Ausland, ist auch keinem deutschen Kunden geholfen.

Mehr: Wer mit wem? Weshalb die Versicherer ausgerechnet jetzt nach Zukäufen suchen.

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