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Kommentar Wetten auf Mantelfirmen sind zur Geldanlage nicht geeignet

Der Hype in den USA um die Mantelunternehmen für Börsengänge – Spacs genannt – ist bedenklich. Es ist gut, dass dieser Trend in Deutschland nicht ankommen wird.
12.08.2020 - 09:35 Uhr Kommentieren
Um die Special Purpose Acquisition Companies, kurz Spacs, genannten Mantelgesellschaften gibt es einen Hype an der Börse. Quelle: Bloomberg
Nasdaq-Tafel in New York

Um die Special Purpose Acquisition Companies, kurz Spacs, genannten Mantelgesellschaften gibt es einen Hype an der Börse.

(Foto: Bloomberg)

Es gibt den nicht ganz ernst gemeinten Spruch in der Finanzwelt „Mit Spacs fängt man Mäuse“. In den USA scheint das bestens zu klappen. Denn um die Special Purpose Acquisition Companies, kurz Spacs, genannten Mantelgesellschaften gibt es einen Hype an der Börse. Sie sammeln zunächst Kapital über einen Börsengang ein, um das Geld in ein Unternehmen zu investieren. Was sich für Amerikaner als eine interessante Anlageform darstellt, ist für Deutschland nicht wirklich geeignet.

Klar, an ehemaligen Vorständen mit bestem Branchenwissen mangelt es auch bei uns nicht. Und Lust, es sich noch einmal zu beweisen, haben viele der Manager ebenfalls. Zunächst müssen sie aber attraktive Übernahmeziele für das Finanzvehikel ausmachen, in die sie das aus dem Börsengang der Spacs erzielte Geld investieren wollen. Später soll das Ganze mit einem satten Gewinn wieder verkauft werden.

Die Frage ist, welche Anleger hierzulande solche Wetten eingehen wollen. In den USA erscheint das klar. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind die Finanzvehikel eine Anlagealternative gerade für Hedgefonds. Sie parken ihr Geld dort und bekommen auch noch eine am Geldmarkt orientierte Rendite, solange keine Firma übernommen wurde. Zuletzt spielten die Investments zudem noch hohe Renditen ein.

In Deutschland allerdings sind Hedgefonds eine seltene Erscheinung, was etwa auch mit der Regulierung durch die EU zusammenhängt. Außerdem prägte uns Deutsche über viele Jahrzehnte eine konservative Kultur im Finanzbereich. Auch deswegen kommen die eher undurchsichtigen Hedgefonds mit ihren ausgefeilten, teilweise schwer zu verstehenden Anlagemodellen nur in Grenzen bei Anlegern an. Die einheimischen Investoren verlangen Sicherheit und wollen ihr Portfolio selbst managen. Bei Spacs besteht aber auch die Gefahr, dass die Hauptinvestoren ihre Strategie durchziehen, notfalls ohne alle anderen Aktionäre.

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    Neben einer größeren Aggressivität der angelsächsischen Anleger befindet sich gerade in den USA angesichts der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank Fed deutlich mehr Geld im Umlauf als in Europa. Das sucht verzweifelt nach Renditechancen.

    Gleichzeitig können sich die Investoren in den USA ihr Geld aus Spacs wieder auszahlen lassen, wenn ihnen eine Übernahme nicht passt und sie keine Chance auf einen späteren satten Gewinn sehen. In Europa geht das wegen der rechtlichen Gegebenheiten nur schwer. Hier wird dem Management meist ein Blankoscheck bei der Auswahl von Investitionszielen ausgehändigt. Auch deshalb ist Deutschland einfach nicht bereit für Spacs.

    Mehr: Brockhaus mit erfolgreichem Börsengang.

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