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WeWork-Büro in Chicago

Investoren kritisieren die hohen Bewertungen des Börsenkandidaten.

(Foto: AFP)

Kommentar WeWorks Probleme sind nicht nur hausgemacht

Die Wall Street ist mitschuldig an der überzogenen Bewertung des Start-ups. Die Investmentbanken hätten WeWork früher die Grenzen aufzeigen müssen.
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Das Jahr 2019 sollte das große Jahr der Einhörner werden. So viele milliardenschwere Start-ups wie noch nie streben 2019 an die Börse. Doch der Erfolg blieb bislang weitgehend aus, wie die Börsengänge von Uber, Lyft und Slack zeigen, ebenso wie die vielen Probleme, mit denen WeWork nun vor dem Gang aufs Parkett zu kämpfen hat.

Dass die Start-ups an der Börse floppen, hat viele Gründe. Zu viel verfügbares Risikokapital, das die jungen Unternehmen zu immer höheren Bewertungen treibt, ist einer davon. Gründer, die schon vor dem Börsenstart Milliardäre sein wollen und das viele Geld nicht ablehnen können, ein anderer.

Doch auch die Wall Street hat mit dazu beigetragen. Die Investmentbanken hätten ihre Gatekeeper-Funktion viel früher und mit Nachdruck wahrnehmen müssen.

Sie hätten den jungen Unternehmen klarmachen müssen, dass sie mit ihren hohen Bewertungen bei gleichzeitig hohen Verlusten und unklaren Geschäftsmodellen an der Börse nicht erfolgreich sein können. Hätten die Banken von Anfang an auf höhere Standards gepocht, hätten sich die Unternehmen genauso wie ihre Aktionäre viele Enttäuschungen erspart.

Uber hätte zum Börsengang im besten Fall 120 Milliarden Dollar wert sein sollen, startete dann jedoch nur mit 75 Milliarden Dollar und liegt nun bei 54 Milliarden Dollar.

WeWork, das sich kürzlich in „The We Company“ umbenannte, hätte kurz nach dem Handelsstart schon 65 Milliarden Dollar wert sein sollen. Startet nun jedoch – wenn überhaupt – mit einer Bewertung von 20 bis 30 Milliarden Dollar.

Banker ließen sich anstecken von dem Hype

Doch statt die Erwartungen für die Börsengänge zu dämpfen, haben die Banker kräftig mitgespielt. Sie tauschten Anzug und Krawatte gegen Jeans und Turnschuhe, um bei Kundenterminen nicht unangenehm aufzufallen. Und sie ließen sich anstecken von dem Hype.

Die milliardenschweren Start-ups waren als Kunden einfach zu gut, gerade in einer Zeit, in der das Geschäft im Investmentbanking so schwach ist wie lange nicht mehr. JP Morgan ist schon seit Jahren ein großer Kreditgeber von WeWork und dessen Chef Adam Neumann, der durch den Verkauf und das Beleihen seiner Anteile bereits 700 Millionen Dollar eingestrichen hat.

Jetzt ist die Bank neben Goldman Sachs die führende beim Börsengang. Langfristig schaden sich die Banken damit jedoch selbst. Sie verspielen das Vertrauen von institutionellen Investoren genauso wie von Kleinanlegern, die zu Recht skeptisch waren und sich beim Aktienkauf zurückgehalten haben.

Auch die Tech-Unternehmen werden es ihnen nicht danken. Für sie ist die Wall Street nur Mittel zum Zweck. Längst wird im Silicon Valley über Alternativen diskutiert. Immer neue Börsenflops werden die Sache nicht besser machen.

Mehr: Der Börsengang von WeWork kann wohl nur mit großen Abstrichen gelingen – wenn überhaupt. Nach den Flops von Uber und Lyft sind Investoren skeptisch.

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